Heute Abend soll es endlich was geben am Erndtebrücker Pulverwald – den ersten Oberliga-Sieg nämlich nach ziemlich verkorkstem Start. Um 20 Uhr wird die Nachholpartie gegen den Holzwickeder SC angepfiffen. Regionalliga-Absteiger erwartet Oberliga-Aufsteiger. Das heißt: In der vergangenen Saison trennten die heutigen Kontrahenten noch zwei Klassen. „Da wäre es natürlich schön, wenn wir das auch auf dem Platz kenntlich machen könnten“, fordert TuS-Trainer Ivan Markow, dass sein Team mit aller Macht auf diesen ersten Dreier drängt. In der dann begradigten Tabelle wollen die Wittgensteiner auf fünf Zähler kommen, die tiefe Kellerregion verlassen.

„Dafür benötigen wir von allen eingesetzten Spielern einfach eine bessere Leistung als zuletzt“, hat der Coach in den abgelaufenen vier Partien immer zwei, drei Akteure ausgemacht, die nicht an ihr fußballerisches Limit heranzureichen wussten. Das war bei den beiden Niederlagen in Siegen und Rhynern nicht anders als bei den Unentschieden gegen Ahlen und in Gütersloh. „Was wir benötigen, ist eine geschlossen starke Mannschaftsleistung – und das über die kompletten 90 Minuten“, hat Ivan Markow gerade das in den vergangenen Wochen vermisst. Er erinnert an den DFB-Pokal-Auftritt gegen den Hamburger SV, als selbst neutrale Zuschauer im Leimbachstadion den Erndtebrückern zu ihrer Leistung gratulierten.

Der graue Liga-Alltag, der seitdem die Szenerie bestimmt, ist so ganz und gar nicht nach dem Geschmack des Erndtebrücker Umfelds. Klar, dass da auch schon ein wenig Naserümpfen einsetzt. Nach dem Regionalliga-Abstieg musste der TuS aber bekanntlich den nächsten großen Umbruch einleiten, wiederum quasi ein neues Team aus dem Boden stampfen. Und so richtig greifen eben die Mechanismen noch nicht. „Daran arbeiten wir im Training“, sieht Markow den Willen der Mannschaft, endlich diesen Bock umzustoßen.

Mit dem Neuling aus dem Kreis Unna erwartet der Trainer einen Gegner, der sich abwartend und eher kompakt stehend präsentieren wird. Konter waren in den ersten Spielen eine Art Markenzeichen der Holzwickeder, die mit sieben Zählern immerhin fünf mehr auf dem Konto haben als der TuS. Druck ausüben wird die eine Aufgabe der Erndtebrücker sein, die daraus aber auch die nötige Torgefahr entwickeln müssen. Auch in dieser Hinsicht hat Ivan Markow zuletzt Defizite festgestellt. „Da muss mehr passieren vor dem gegnerischen Tor“, sind fünf erzielte Treffer in diesen vier sieglosen Spielen nun wahrlich nicht das Gelbe vom Ei. Personelle Konsequenzen hat der Coach leise angekündigt. Inwiefern das geschieht, verriet er nicht.

Klarheit herrscht vor dem heutigen Nachholspiel der Wittgensteiner nur in Sachen Philipp Böhmer, der wegen einer fiebrigen Erkältung nicht an Bord sein wird und sich zu den verletzten Admir Terzic, Luca Woditsch, Xhuljo Tabaku sowie Omar Lugavic gesellt.

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