Der TuS Erndtebrück zog gestern am späten Abend nach dramatischem Elfmeterschießen gegen die Siegener Sportfreunde ins Halbfinale des Fußball-Kreispokals ein. Mehdi Reichert war es vorbehalten, den letzten und entscheidenden Elfmeter zum 7:6-Endstand für die Wittgensteiner zu verwandeln. Zuvor hatte für die Siegener Luigi Valido seinen Ball vom Punkt ans Aluminium gesetzt. 7:6 für die Wittgensteiner hieß es nach diesem Reichert-Treffer, 2:2 hatte es nach 120 Minuten gestanden, 1:1 nach Ende der regulären Spielzeit.

Fraglich war im Vorfeld der Partie, ob Schiedsrichter Felix Weller den Ball überhaupt freigeben würde. Dichter Nebel über dem Pulverwald sorgte für schemenhaftes Erkennen auf dem Kunstrasen. „So lange ich von einem zum anderen Tor sehen kann, wird gespielt“, so der Unparteiische und pfiff an. Vor allem die 60 Siegener Fans im „Gäste-Käfig“ hatten Mühe, das gesamte Spielfeld zu überblicken. So ging es dem Rest der 357 Besucher an diesem Abend auch.
Die torlose erste Halbzeit hatte so gut wie keine Höhepunkte, was sich dann aber in den verbleibenden 75 Minuten ändern sollte. Zwei Mal zogen die Sportfreunde in Führung. Zunächst war es Masahiro Endo, der in der 48. Minute den von der Querlatte zurückprallenden Wüst-Schuss zur 1:0-Führung der Siegener versenkte. Die Erndtebrücker waren in der Folge vermehrt in der Offensive. Nach 70 Minuten war es Philipp Böhmer vorbehalten, für den verdienten Ausgleich zu sorgen. Manfredas Ruzgis mit einem Schuss aufs kurze Eck, den Lukas Litschel im Sportfreunde-Tor reaktionsschnell entschärfte, und ein Lattenkopfball von Haluk Arslan hätten in der Schlussphase bereits die Erndtebrücker Führung bringen können.
Es ging aber in die Verlängerung, in der die Siegener erneut Grund zum Jubeln hatten. Fuad Dodic überwand den jungen TuS-Torhüter Alex Taach mit einem gefühlvollen Schlenzer zum 2:1 in der 108. Minute. Im immer dichter werdenden Nebel zog TuS-Trainer Ivan Markow noch einen Joker aus der Hinterhand: Erlon Sallauka. Der junge Angreifer, erst vor wenigen Wochen aus der A-Jugend hochgezogen, sorgte in allerletzter Sekunde der Verlängerung für den Ausgleich und rettete die Wittgensteiner ins Elfmeterschießen.
Hier war es Mehdi Reichert vorbehalten, den letzten und entscheidenden Ball ins Netz zu bugsieren. Während der TuS zuvor seine Elfer verwertete, war der eingewechselte Siegener Luigi Valido bei seinem Versuch am Aluminium gescheitert. Es sollte die Entscheidung sein. Einmal mehr also – und das im vierten Pokal-Vergleich seit 2010 – behalten die Erndtebrücker die Oberhand. Zum dritten Male übrigens im Elfmeterschießen. Nun geht die Reise im Halbfinale zum Bezirksligisten Germania Salchendorf.

fupa.net