Zwei Spiele noch in der Oberliga-Hinrunde, dann noch ein spätes am dritten Advent zum Start der zweiten Serie. Am liebsten wäre es dem TuS Erndtebrück, er könnte das wenig erfreuliche erste Halbjahr mit neun Punkten beschließen. „Wir haben viele bittere Momente erlebt“, blickt Trainer Ivan Markow auf eine eher verkorkste Phase zurück, seiner ersten als Trainer in der fünften Liga. „Aber wir können einiges noch zum Guten wenden und in der Tabelle Boden gut machen.“

Hält sich sein Team an den Plan, dem Erfolg von Sprockhövel und dem Derbysieg im Kreispokal-Viertelfinale gegen die Sportfreunde eben diese erwünschten neun Punkte aus den drei noch ausstehenden Begegnungen dieses Jahres gut zu machen, könnte sogar ein Platz unter den ersten Fünf herausspringen. Zukunftsmusik.

Um über solche Kletter-Aktionen zu philosophieren, muss am Sonntag im Münsterland, beim 1. FC Gievenbeck, der Anfang gemacht werden. Und das ist immerhin die Mannschaft, die dem souveränen Tabellenführer Schalke 2. die bisher einzige Niederlage in 15 Spielen beigebracht hat.

„Zuletzt haben die Ergebnisse bei denen nicht mehr so gestimmt“, hat Markow beim Aufsteiger leichte Abnutzungs-Erscheinungen erkannt. „Doch das ist eine Mannschaft, die den Ball laufen lässt, mutig nach vorne spielt und Qualität in ihren Reihen hat. Vielleicht kommt uns aber gerade das ja entgegen.“ Denn die Wittgensteiner setzen auf ihr Umschaltspiel, auf Ballgewinne und schnell vorgetragene Konter. „Und dann“, so fordert es der Trainer, „muss es auch eine Konsequenz beim Abschluss geben.“ Gerade das war ja in vielen Spielen ein Problem.

Am Ende des Jahres kursiert beim TuS Erndtebrück ein Problem. Von sechs Torhütern für erste und zweite Mannschaft sind fünf außer Gefecht. Übrig geblieben – um es einmal so auszudrücken – ist Alex Taach, der 17-jährige, der bei seinem Debüt in Sprockhövel maßgeblich am 2:1-Erfolg beteiligt war. Auch gegen Siegen machte er seine Sache gut, so dass er das Vertrauen, das Kollegen und Trainer ihm entgegen bringen, gerechtfertigt hat.

„Aber das ist schon eine pikante Situation“, sagt Ivan Markow über diesen Keeper-Mangel. Selbst der früher als Keeper zur Institution gewordene derzeitige Vorsitzende Dirk Beitzel hat mit 52 Jahren das Training wieder aufgenommen, bereitet sich auf Landesliga-Einsätze mit der Reserve vor. Der Torhüter der Oberliga-Mannschaft ist 35 Jahre jünger und kann mit seiner Leistung zum erwünschten Umschwung beitragen.

Das wünscht sich der TuS in den beiden letzten Spielen des Jahres auch von Xhuljo Tabaku. Der wird sich am Sonntag nach monatelanger Oberschenkel-Verletzung mit einem Einsatz in der Reserve zurückmelden – quasi als Generalprobe für sein Oberliga-Comeback.

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