Oberliga-Platz acht soll für den TuS Erndebrück nicht das Maß aller Dinge sein. Mit dem Vorsatz, die ausgesprochen gut über die winterlichen Runden gebrachte Vorbereitung in positive Zahlen der Meisterschaftsrunde umzuwandeln, wird Trainer Ivan Markow sein Team am kommenden Sonntag ins Startduell des neuen Fußball-Jahres beim Holzwickeder SC schicken. „Ich denke, wir haben das gut hinbekommen“, blickt Ivan Markow auf die gut fünf Wochen seit Beginn dieser Vorbereitung zurück.

Fünf Tests haben die Wittgensteiner bestritten, vier Mal gingen sie als Sieger vom Platz. Nur beim SC Waldgirmes mussten sie sich mit einem 2:2-Unentschieden begnügen. Das beste Spiel in dieser Phase hat Ivan Markow am Samstag von seinem Team gesehen. Mit 3:1 (1:0) gewannen die Erndtebrücker den Abschluss-Test beim Regionalligisten SV Lippstadt. „Das war ein echt intensives Spiel bei einem Gegner, der unbedingt gegen uns gewinnen wollte“, lobte der Coach sein Team, das voll dagegen hielt und am Ende verdient die Nase vorne hatte. Schon die letzten vier Oberliga-Spiele im alten Jahr hatte der TuS nicht mehr verloren, diese Vorbereitungsphase sollte also für weiteren Auftrieb sorgen. „Klar, wir mussten wieder viel improvisieren, einige Trainingseinheiten in die Halle verlegen. Aber das sind wir ja nicht anders gewohnt. Und natürlich wünschen wir uns, dass es so weiter geht“, will Ivan Markow aber nicht überdrehen.

Der Weg in obere Gefilde dürfte ohnehin nach Lage der Dinge bei immerhin 15 Zählern Rückstand auf Aufstiegsrang zwei um einiges zu lang sein. „Da hin zu schauen, wäre vermessen, aber wir wollen uns weiter verbessern und Boden gut machen“, sieht Markow die Situation realistisch.

Den Aufschwung gerade im offensiven Bereich kann der TuS an Lukas Rösch festmachen. Der Angreifer hat in jedem Testspiel getroffen, nachdem er in der Oberliga- Hinrunde seiner Form hinterher gelaufen war. Auch die Rückkehr des in der gesamten Hinrunde verletzt ausgefallenen Xhuljo Tabaku hat den Umschwung mitgestaltet. In Lippstadt traf Rösch zum 1:0 in der 27. Minute und setzte mit seinem Treffer zum 3:1 in der 77. Minute den Schlusspunkt. Das 2:1 steuerte Abbas Attia bei. Fünf Minuten nach der Pause war den Gastgebern der Ausgleich gelungen. In der starken Anfangsphase des Regionalligsten hatte Torhüter Paul Schünemann mit guten Paraden den Rückstand verhindert.

Apropos Torhüter. Nachdem in der Hinrunde die jungen Niklas Knopf und Alex Taach nacheinander den durch einen Kahnbeinbruch ausgefallenen Stammkeeper ersetzt und ihre Sache ausgesprochen gut gemacht hatten, ist die unumstrittene Nummer eins zurück im Kasten und soll der Abwehr den nötigen Rückhalt geben. Auch der Wechsel von Alexander Mißbach vom Außenverteidiger auf die Sechser-Position scheint spätestens nach dem Auftritt von Lippstadt beschlossene Sache. „Das sah gut aus“, lobt Trainer Markow die neue Flexibilität innerhalb seines Kaders, der sich in der Winterpause von 23 auf 22 Kicker reduzierte.

Nach den Vertragsauflösungen des kaum zum Zuge gekommenen Koreaners Yong Myung Oh und des zum Dortmunder Liga-Rivalen FC Brünninghausen gewechselten Nina Saka holte der TuS mit dem Ex- Käner Talha Varli lediglich einen Neuzugang in diesem Winter.

„Wichtig wird es sein, Kontinuität in unser Spiel zu bringen, unsere Serie auszubauen“, sieht Ivan Markow sein Team auf einem guten Weg. Nach vielen lediglich durchwachsenen Vorstellungen im alten Jahr soll es also wieder aufwärts gehen am Pulverwald. Die Voraussetzungen wurden geschaffen, jetzt gilt es, am Ball zu bleiben.

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