Es bleiben der zweiten Mannschaft des TuS Erndtebrück noch acht Spiele, um den Abstiegs-Relegationsplatz, den der Wittgensteiner Landesligist aktuell mit 18 Punkten belegt, wieder zu verlassen. Doch gerade in dieser heißen Phase kommen zwei ganz „harte Nüsse“ auf die Pulverwälder zu: Am kommenden Sonntag muss die Elf von Trainer Alfonso Rubio Doblas bei der besten Offensive der Liga, Rot-Weiß Erlinghausen (62 Treffer), ran, ehe eine Woche später der Tabellenzweite aus Hohenlimburg in Erndtebrück gastiert.

Für Rubio Doblas ist daher klar, dass sein Team als Underdog zu den Rot-Weißen fährt: „Deren Torjäger Bahceci, Akgüvercin und Raulf haben zusammen 46 Mal getroffen, also fast doppelt so oft wie unsere gesamte Mannschaft. Auf uns rollt eine Offensivmaschinerie zu, von der ich bereits bei der 0:3-Niederlage im Hinspiel sehr angetan war. Der Gegner ist Favorit und letztlich müssen wir sehen, dass wir uns dagegen stemmen.“

Was für eine Chance der Erndtebrücker sprechen könnte, ist, dass die Gastgeber die letzten beiden Spiele gegen Wenden und in Hünsborn verloren haben. Doch die Elf vom Pulverwald hat eben auch ihre eigenen Lasten zu tragen. Die 1:2-Niederlage im Derby gegen den VfL Bad Berleburg am vergangenen Spieltag war bereits die fünfte Pleite in Serie. Zudem verdeutlicht die Bilanz von zwei Toren zu 16 Gegentoren aus diesen fünf Partien die beiden größten Probleme der Wittgensteiner: Hinten häufen sich einfache Fehler, die zu Gegentoren führen und vorne drückt der Schuh. Nur das Schlusslicht aus Hagen hat im Saisonverlauf seltener genetzt als die Erndtebrücker.

Daher appelliert Rubio Doblas an seine Mannschaft: „Wer in dieser Situation motiviert werden muss, der sollte sich im Schachverein anmelden. Die Tabelle kann jeder lesen, wir sind in einer prekären Situation. Jeder Spieler muss eine Eigenmotivation haben, da wieder rauszukommen. Die Mannschaft steht in der Bringschuld, dementsprechend gespannt bin ich darauf, was sie am Sonntag anbietet.“
Offen ist, ob Jan Kemper seine muskulären Probleme bis Sonntag auskuriert, ansonsten sind von der zweiten Mannschaft alle Spieler an Bord. Welche Leihgaben aus dem Oberliga-Kader hinzukommen, entscheidet sich erst am Freitagnachmittag. Nach der Derby-Niederlage hatte der Spanier noch die sechs eingesetzten Spieler aus dem Kader der „Ersten“ angezählt, ebenso wie die Einstellung der Spieler seiner zweiten Mannschaft.Nichtsdestotrotz weiß der A-Lizenz-Inhaber um die Bedeutung der Verstärkung von oben: „ich bin froh über jeden Spieler, der aus der Ersten zu uns kommt, weil er letztendlich die Qualität der Mannschaft steigert. In der Hinrunde haben sie zum Beispiel bei unseren Siegen gegen Wetter und Wenden spielentscheidende Tore gemacht. Hoffentlich war der Sonntag da ein Ausnahmefall. Wir hatten alle einen rabenschwarzen Tag, das passiert – egal ob in der Bundesliga, Oberliga oder Landesliga.“

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