„Alleine ich als Trainer bin verantwortlich dafür, dass wir nun auf einem Abstiegsplatz stehen. Ich frage mich nur, ob die Spieler sich so hinterfragen, wie ich das mache“, erklärte Alfonso Rubio Doblas, Trainer der zweiten Mannschaft des TuS Erndtebrück, nachdem sein Team im Abstiegskrimi dem FC Wetter mit 0:2 (0:1) unterlag. Nach der sportlichen Talfahrt mit zuletzt sieben sieglosen Spielen in Folge hatte der Spanier reagiert und sein junges Team nochmals verjüngt. Mats Ole Birkelbach, Tim-Luca Daniel, Murtadha Kalaf Jebur, Maximilian Schneider und Alex Taach – das sind die Namen der A-Junioren, die ihr Debüt in der Landesliga feierten.

Letzterer stand schon mal in der Oberliga zwischen den Pfosten und hielt die Erndtebrücker lange im Spiel. Ganz klar, der Jugend gehört die Zukunft am Pulverwald. Die Gegenwart lautet aber Abstiegskampf. Denn die punktgleiche Konkurrenz aus Wetter ist in der Tabelle vorbeigezogen. Rubio Doblas merkte an: „Normal hätte ich noch mehr aus der A-Jugend aufstellen müssen. Die Spieler der A-Jugend haben ein gutes Spiel gemacht, die nehme ich komplett in Schutz. Dafür haben die etablierten Spieler wieder schlecht gespielt. Das spricht schon Bände, wenn die seit Wochen ihre Leistung nicht bringen. Dann kann ich nicht von 18-Jährigen verlangen, dass sie das Hemd aus dem Feuer holen. “

Vor 100 Zuschauern zogen die gastgebenden Akteure des FC Wetter in Front: Joel Schikora überwand die Erndtebrücker Hintermannschaft nach einem einfachen Doppelpass (44.). Nach dem Seitenwechsel schien die Partie aber doch zu kippen: Denn die Wetteraner brachten sich selbst ins Hintertreffen. Samir Hammouda sah für ein Foul die gelbe Karte und beleidigte Schiedsrichter Yannick Rupert, der schnell den Karton wechselte und zur roten Version griff (66.).

Die Erndtebrücker hatten nun Überzahl, mussten wenig später jedoch einen erneuten Rückschlag hinnehmen. Ilyas Kurnaz verwandelte einen Elfmeter und verschaffte den Hausherren einen Zwei-Tore-Vorsprung (77.). Für Rubio Doblas war die Entscheidung überhart: „Das war eine harmlose Grätsche von Dimitrios Giapavlos und kein Foul an Pavlidis.“

13 Minuten blieben den Pulverwäldern noch, um die Wende einzuleiten, nach roter Karte gegen Schikora wegen Nachtretens (80.) sogar zehn davon in doppelter Überzahl. Doch es sollte einfach nicht klappen: Manuel Müther scheiterte am Pfosten (69.) und Lars Birlenbachs Abschluss wurde im letzten Moment geblockt (85.). „Der Gegner hat verdient gewonnen, weil wir nicht mal nutzen konnten, dass Wetter zum Schluss nur zu neunt war“, urteilte Rubio Doblas und fügte an: „Wenn es so weitergeht, werden wir absteigen, auch wenn letztlich ich die Verantwortung dafür zu tragen habe.“

Schiedsrichter: Yannick Rupert - Zuschauer: 100
Tore: 1:0 Joel Schikora (44.), 2:0 Ilyas Kurnaz (77. Foulelfmeter)

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