Beginnen wir mal ganz hinten: Als die Erndtebrücker Kicker nach 90 Minuten Oberliga-Fußball mit betretenen Mienen in die Kabinen schlichen, wäre der, der erst jetzt den Weg an den Pulverwald gefunden hätte, im Bilde gewesen. Nichts war es mit dem erhofften Erfolg, dem zweiten in Serie, der mal einen Ansatz von Konstanz in diese Erndtebrücker Oberliga-Saison hätte bringen können. Nichts war es mit einer überzeugenden Vorstellung auf eigenem Platz. Bei der 2:3-Pleite gegen die U 21 des SC Paderborn, der bereits sechsten in dieser Spielzeit, schaffte es der TuS sogar, einen 2:0-Pausenvorsprung gänzlich aus der Hand zu geben.

Verständlich, dass sich Trainer Ivan Markow nach einem solchen Spielverlauf nur schwer tat, die positiven Eindrücke des ersten Durchgangs herauszustellen, ohne seine Enttäuschung über das Resultat zum Ausdruck zu bringen. „Ich bin stinksauer“, so der Coach. Er vermisste in der zweiten Halbzeit bei seinem Team praktisch alles, was es in der ersten Hälfte so überzeugend hatte auftreten lassen.Beim Tor zum 1:0, nach 22 Minuten, erhielt Manfredas Ruzgis drei Meter vor dem Tor tätige Mithilfe von Gäste-Verteidiger Anton Balja, beim zweiten, nach 37 Minuten, nutzte Erlon Sallauka die Freiräume über die rechte Seite.

Alles im Lot, sollte man meinen. Die Gäste erwiesen sich als quirlig und kombinationsfreudig. Doch durchzusetzen vermochten sie sich gegen die aufmerksame Defensive des TuS nicht. Hoch konzentriert hatte man alles im Griff. Beim Gang in die Pause blickte man in freudige Wittgensteiner Gesichter. Welch ein Unterschied zur Erndtebrücker Gefühlslage eine gute Stunde später. Denn es folgte eine zweite Halbzeit, die im krassen Gegensatz zu den Geschehnissen vor der Pause stand.

Der TuS hatte all das, was ihn zuvor ausgezeichnete, in der Kabine an den Haken gehängt und dort vergessen. Es gelangen kaum noch Ballgewinne – und wenn, war die Kugel auch schon wieder beim Gegner. Die Abwehr stand neben sich, dem Mittelfeld war jegliche Kreativität abhanden gekommen. Und die Effektivität war nun auf Seiten der Gäste. In der 56. Minute traf Sergio Gucciardo zum Anschlusstreffer. Zwölf Minuten später zog Mohammed Kamara aus 18 Metern ab – der Ausgleich. Vier Minuten vor Schluss drehte Kamara die Partie komplett.

„Wenn wir das Spiel 2:4, 2:5 oder 2:6 verlieren, hätten wir uns nicht beschweren können“, zog Ivan Markow eine niederschmetternde Bilanz. Seine Mannschaft hatte ein Spiel aus der Hand gegeben, das so erfreuliche Züge angenommen hatte. Übrig geblieben ist ein Haufen Frust und ein verärgerter Trainer. „Ein solches Spiel“, so Markow, „spiegelt die Arbeit, die wir eine Woche lang hier abliefern, einfach nicht wider.“

Schiedsrichter: Tim Zahnhausen (SpVgg Horst.) - Zuschauer: 130
Tore: 1:0 (22. Eigentor), 2:0 Erlon Sallauka (37.), 2:1 Sergio Baris Gucciardo (56.), 2:2 Mohammed Kamara (68.), 2:3 Mohammed Kamara (86.)

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