120 schwere Minuten in den Knochen, die Gelb-Rote Karte gegen Mehmedalija Covic. Der Halbfinal- Mittwoch im Kreispokal bei Germania Salchendorf hat Spuren hinterlassen. Der TuS Erndtebrück hat das Endspiel erreicht, steht in der Oberliga aber vor fünf weiteren. „Ich habe den Jungs nach dem Spiel in Salchendorf gesagt, dass sie sich über den Finaleinzug freuen sollen, aber nun ganz schnell wieder den Hebel umlegen müssen“, ist für Trainer Michael Müller das nächste Spiel nicht nur das schwerste, sondern aufgrund der Tabellensituation auch das wichtigste. Es geht am Sonntag zum FC Brünninghausen.

Eine Mannschaft, die – ähnlich wie die der Wittgensteiner – wohl nie und nimmer mit einer solchen Situation im Tabellenkeller gerechnet hätte. „Vor allem in der Offensive steckt da echt Qualität drin“, kennt Müller die Dortmunder Verhältnisse, nennt er die Namen Arif Et und Florian Gondrum, die für eben diese Qualität stehen. Nun, die Dortmunder Vorstädter haben 32 Zähler auf dem Konto, drei weniger als der TuS, der Überlebenskampf dort ist sogar noch ein wenig ausgeprägter als am Pulverwald. „Mit einem Sieg“, rechnet der eingesprungene Coach, „sind wir sechs Punkte vor – und das muss unser Ziel sein.“

Um noch einmal auf den Pokal-Mittwoch zurückzukommen, war da sicher die eine oder andere Entscheidung des Netphener Schiedsrichters Kevin Papiorek unglücklich für die Erndtebrücker. Michael Müller erinnert an den Elfmeter zum Germania-Anschlusstor, den Covic-Platzverweis. Der sogar noch weitreichendere Folgen für den langen Abwehrspieler haben könnte, wurde doch im Spielbericht auch noch eine Schiedsrichter-Beleidigung vermerkt. Covic soll geäußert haben, der Unparteiische habe kein Respekt vor den Spielern gezeigt, worauf der Satz „Der Cova, der hat Sommerpause“ vom Schiedrsrichter gefallen sein soll. In Brünninghausen wird der Innenverteidiger zumindest auf jeden Fall fehlen. Niklas Hunold, der am Wüstefeld ein leichtes Ziehen im Oberschenkel verspürte, wurde vorsichtshalber ausgewechselt. „Ich hoffe, dass er am Sonntag dabei ist“, ist durchaus Skepsis aus Müllers Äußerung herauszuhören.

Auf Admir Terzic musste er in Salchendorf wegen eines grippalen Infekts ganz verzichten. Müller: „Ich nehme an, dass das bei ihm bis Sonntag wieder ausgestanden ist.“ Wenn nicht, sähe es in der TuS-Defensive personell ganz schön dürftig aus, zumal Brünninghausen mit dem schnellen Ex-Erndtebrücker Nino Saka ein weiteres Offensiv-Eisen im Feuer hat. Hinzu kommt die Bänderverletzung von Angreifer Lukas Rösch aus dem Salchendorf-Spiel, womit der lange Schwabe auf jeden Fall ausfallen wird. Die Partie in Dortmund beendet für die Erndtebrücker die zweite englische Woche in Folge. Also wird neben der Frage nach der mentalen Belastung auch die Fitness eine Rolle spielen. In Sachen Kraft jedoch sieht der Trainer das Team gut aufgestellt. Und der Kopf ist ja auch bei den Brünninghausenern nicht unbedingt frei. Und natürlich ist die Frage nach der Zukunft zu stellen.

Michael Müller bremst da ab: „Darüber habe ich mir eigentlich noch keine Gedanken gemacht, weil wir erstmal zusehen müssen, diese Saison vernünftig zu Ende zu bringen.“ Er geht jedoch davon aus, dass für ihn dann wieder Schluss ist und er sich voll und ganz seinen E-Junioren widmen kann, zu deren Training er gestern Nachmittag eilte, steht doch am Samstag die Partie gegen die SG Siegen-Giersberg auf dem Programm. Kontrastprogramm also für den Trainer, der sich natürlich mit einem Sieg auf den Sonntag einstimmen will. Es wäre der erste nach drei Unentschieden... Während die Zukunft des Trainers noch nicht ganz klar ist, hat sich Xhuljo Tabaku bereits entschieden. Er wird den TuS nach drei Jahren verlassen und wechselt zum derzeitigen Regionalliga-Vorletzten SC Wiedenbrück, womit ein fußballerisches Wiedersehen mit dem offensiven Mittelfeldspieler in der kommenden Saison nicht unwahrscheinlich ist.

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