Für Florian Schnorrenberg ist die Zeit reif. "Das ist eigentlich ein Spiel, in dem wir nur positive Zeichen setzen können", glaubt der Trainer des TuS Erndtebrück (6. Platz/9 Punkte) vor der Partie beim TuS Dornberg (17./2). Doch auch wenn der 36-jährige Brachbacher am liebsten gar nicht daran denken mag: Ganz nebenher geht es am Samstagabend (18 Uhr) in der Fußball-Oberliga Westfalen darum, den Fluch der Bipa-Sportarena zu besiegen. Die Erinnerungen an die Auswärtsspiele bei den Ostwestfalen sind schließlich allesamt negativer Natur. Der Mann an der Seitenlinie begegnet dieser Tatsache allerdings mit Optimismus.
"Westfalia Herne und der SuS Neuenkirchen waren Teams, gegen die wir in der vorigen Saison nicht gewonnen haben - in dieser Spielzeit schon. Warum sollten also nicht aller guten Dinge drei sein", hofft Schnorrenberg auf den zweiten Sieg in Serie. Langsam aber sicher ergibt sich schließlich ein Gesamtbild darüber, welches Team wo seinen Oberliga-Platz hat. Mit einem "Dreier" bei den Ostwestfalen könnten die Wittgensteiner noch auf den Zug gen Ligaspitze aufspringen - und ganz nebenher die ersten Auswärtspunkte dieser Spielzeit einfahren. "Manche Spieler haben ganz sicher noch im Hinterkopf, dass wir in Dornberg noch nie gewonnen haben. Ich denke aber weniger an einen Fluch, sondern ziehe vielmehr eine Motivation daraus. Wir beschäftigen uns nur mit den positiven Dingen", konstatiert der A-Lizenz-Inhaber vor der Partie beim Team von Trainer Zafer Atmaca.
Das Rezept zum Erfolg lautet dabei "kontrollierte Offensive". "Wir schießen weiterhin zu wenige Tore, dafür stehen wir in der Defensive aber besser als noch zu Saisonbeginn. Und das ist auch gut so, denn Dornberg hat gerade nach vorne enorme Qualitäten", weiß Schnorrenberg. Dass der Bielefelder Vorortclub zudem nach zwei desolaten Spielen bei Bezirksligist Suryoye Paderborn im Westfalenpokal (0:1 n. V.) und und in der Meisterschaft bei Rot-Weiß Ahlen (2:4) auf Wiedergutmachung sinnt, macht die Aufgabe für die Pulverwälder nicht einfacher. Die Spiele zeigen aber auch, in welcher Verfassung der TuS Dornberg sich derzeit befindet. "Wir haben ein gutes Auswärtsspiel in Gütersloh abgeliefert, ein schlechtes in Hamm - wenn wir jetzt in einem mittelmäßigen Spiel punkten, wären wir zufrieden", konstatiert Schnorrenberg, der auch Falko Wahl (Zerrung) und Sven Hinkel (Rückenprobleme) verzichten muss.
Nach seiner Roten Karte im Spiel gegen den SuS Neuenkirchen ist zudem Tokio Nakai für vier Wochen gesperrt, Fragezeichen stehen noch hinter den Einsätzen von Kapitän Thomas Ziegler (Muskelverhärtung) und Fatih Tuysuz (Prellung) - dafür kehrt Torben Schneider zurück. Mit einem Qualitäts- oder Quantitätsproblem hat der TuS Erndtebrück ob dieser Tatsachen aber ganz sicher nicht zu kämpfen. Im Gegenteil: Schnorrenberg will mit seiner Mannschaft eine kleine Serie starten. Und die Tabellenspitze der Liga wieder ins Blickfeld seines Teams rücken. Die Zeit ist schließlich reif. Reif für den ersten Auswärtssieg der Saison. Und den Ende des Dornberg-Fluchs.

Quelle SZ