Auf der Rückfahrt herrschte Stille, der Frust regierte. Dem Oberliga-Team des TuS Erndtebrück wurde – wie so oft schon in dieser Saison – eine starke Vorstellung attestiert, über die Punkte aber durften sich andere freuen.

Schauplatz Dortmund-Aplerbeck, Waldstadion. Der TuS geht mit 1:3 geschlagen vom Platz. „Enttäuscht, frustriert, geschockt“, sind die Vokabeln, die Trainer Michael Müller nach der Last-Minute-Niederlage gebraucht. Sie beschreiben all das, was die Wittgensteiner seit Mittwochabend, 21.18 Uhr, bewegt. „Wir hätten uns für ein gutes Spiel belohnen können“, hat der Trainer mehr als eine Stunde lang eine gute bis sehr gute Vorstellung seines Teams gesehen, mit vielen Chancen in Durchgang eins, zumindest einer weiteren zu Beginn von Halbzeit zwei. „Mit mehr Kaltblütigkeit gewinnen wir das Spiel, dann hätten wir uns heute nicht mehr über Abstiegskampf unterhalten müssen“, spricht Michael Müller die Situation im Tabellenkeller an, die nach den Resultaten des Mittwochs noch komprimierter ist und die den TuS vor dem Heimspiel gegen den Rangletzten 1. FC Gievenbeck gehörig unter Zugzwang setzt.

Am Sonntag, so kann die Zielsetzung nur lauten, müssen die Wittgensteiner die 40-Punkte-Marke knacken und sich ein Polster für das Saisonfinale in Schermbeck verschaffen. Denn bei allem Lob, das auch Dortmunds Coach Daniel Serkic nach dem Abpfiff in Aplerbeck für die Erndtebrücker bereit hielt, muss auch bei einem angestrebten Heimsieg gegen die Münsteraner die Situation im Auge behalten werden. Zum Beispiel im Regionalliga-Abstiegsspiel in Wattenscheid, wo sich die SG 09 gegen den SV Straelen ans rettende Ufer siegen muss, damit der drittletzte Tabellenplatz in der Oberliga nicht noch zum zusätzlichen Abstiegsplatz wird.

Und Michael Müller bringt noch einen Aspekt vor der letzten Heimbegegnung gegen die Gievenbecker ins Spiel: Selbst der Gast hat noch einmal Morgenluft gewittert. Wie das? Hatte man Gievenbeck nicht schon als feststehenden Absteiger auf der Oberliga-Rechnung. Rein faktisch aber könnte der 1. FC bei einem im Raum stehenden Punkteabzug der Hammer noch auf den drittletzten Platz springen. Nötig sind dafür zwei Siege. Und einer davon wird in Erndtebrück ins Auge gefasst. Also: Da ist jede Menge Gefahrenpotenzial im Spiel. Der TuS muss sich wappnen, das Dortmund-Spiel aus dem Kopf bekommen. Ein zuversichtlicher Michael Müller: „Wir bekommen das hin, davon bis ich überzeugt.“

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