Auf dem Papier war der SC Wiedenbrück als Regionalliga-Absteiger bereits eine schwere Aufgabe, die der TuS Erndtebrück in der ersten Runde des Westfalenpokals vor die Brust gesetzt bekommen hatte. Auf dem Platz verdeutlichte sich das: Gestern Abend verabschiedete sich der Oberligist aus Wittgenstein mit einer deutlichen 1:5 (0:2)-Niederlage aus dem Wettbewerb.

„Wir haben heute gute Ansätze gezeigt, aber in den entscheidenden Momenten fehlte uns hinten die Cleverness und vorne der Zug zum Tor. Abgesehen von dem Anschlusstreffer hatten wir keine nennenswerte Torchance und haben gegen einen Ligarivalen auch in der Höhe verdient verloren“, urteilte TuS-Trainer Alfonso Rubio Doblas.

Sein Gegenüber, SC-Coach Björn Mehnert meinte hingegen: „In der Anfangsphase war es noch ein Spiel auf Augenhöhe. Der Standard zum 1:0 war dann der Dosenöffner, in der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel kontrolliert. Es war wichtig für uns, nach dem Abstieg mit einem Sieg in die Saison zu starten.“

Vor knapp 150 Zuschauern startete Maximilian Schneider für den verletzten Mehmedalija Covic neben Moritz Brato in der Erndtebrücker Innenverteidigung. Die Partie begann auf Augenhöhe: Die Wittgensteiner gingen früh ins Pressing und hatten spielerische Vorteile. Die Gäste konzentrierten sich wiederum aufs Verteidigen. Doch schon nach zwölf Minuten musste Erndtebrück einem Rückstand hinterher laufen: Ein Freistoß aus dem Halbfeld flutschte bis zum langen Pfosten durch. Aday Ercan wusste das zu nutzen und nickte den Aufsetzer zur Gästeführung ein. Erndtebrück hatte weiterhin mehr Ballbesitz, mehr als eine erste Torannäherung – Brato köpfte zu zentral aufs Tor (16.) – sprang für die Elf vom „Pulverwald“ allerdings nicht heraus.

Auf der Gegenseite zeigte Referee Nadine Westerhoff dann auf den Punkt: Die Gäste schickten Phil Beckhoff steil. Der herauslaufende TuS-Keeper Niklas Knopf kam zu spät und rempelte ihn um. Beim Elfmeterduell machte Knopf seinen Fehler gegen Oliver Zech wieder wett und tauchte in die richtige Ecke ab (35.). Lange konnte der Keeper aber nicht über seine Parade jubeln, denn Brato eilte dem Ball hinterher und lief dabei einem Gegenspieler in die Hacken. Es gab erneut einen Strafstoß, nur einen anderen Schützen – Simon Schubert verwandelte im zweiten Anlauf (37.).

Nach dem Seitenwechsel kam zu Wiedenbrücks defensiver Stabilität auch offensive Effektivität hinzu. Die Gäste sorgten schnell für die Entscheidung: Die Wiedenbrücker stürmten über rechts in den Sechzehner. Knopf konnte die Flanke zwar verhindern, klärte aber vor die Füße von Lukas Demming – 0:3 (51.). Wenig später sah Knopf auch nicht ganz gut aus: Phil Beckhoff schoss einen Freistoß aus dem Halbfeld direkt ins kurze Eck (58.).

Die Hausherren versuchten nun, Schadensbegrenzung zu betreiben und warfen alles nach vorne. Doch dabei liefen sie in einen Konter – Leon Tia besorgte den fünften „Streich“ (63.). Für den Schlusspunkt sorgten hingegen die Erndtebrücker: Nachdem sich Haluk Arslan im Wiedenbrücker Strafraum behauptete, schoss Manfredas Ruzgis zum Ehrentreffer ein (72.).

Alfonso Rubio Doblas richtete nach der Pleite in seinem Debüt als TuS-Trainer den Blick nach vorne: „Wir durchlaufen nach dem Umbruch einen Prozess. Und da gehören auch solche Nackenschläge dazu. Jetzt gilt es, bis zum Saisonauftakt in einer Woche die richtigen Lehren daraus zu ziehen.“

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