Der Tabellenführer der Fußball-Landesliga 2, der TuS Erndtebrück II, kam im Top-Spiel gegen Rot-Weiß Hünsborn nicht über ein 1:1 (1:0)-Unentschieden hinaus. Damit bleibt man am heimischen Pulverwald zwar weiterhin ungeschlagen, musste aber in Kauf nehmen, dass die zweitplatzierte SpVg. Olpe indes durch einen 4:0-Erfolg in Neheim auf zwei Punkte herangerückt ist.

Zunächst lief für die Hausherren alles nach Plan. Man war deutlich feldüberlegen und ließ die Gäste überhaupt nicht ins Spiel kommen. "Im ersten Durchgang war es wirklich ein Spiel auf ein Tor", zeigte sich Müller mit den ersten 45 Minuten seiner Elf zufrieden. Hünsborn beschränkte sich ausschließlich auf lange Bälle und Erndtebrück versuchte durch schnelles Spiel über die Außen das 3-5-2-System der Gäste auszuspielen.

So waren es bis zum Halbzeitpfiff ausschließlich die Wittgensteiner, die zu Torchancen kamen, so dass Jonas Teersteegen im Tor des TuS eine ruhige erste Hälfte verbrachte.

Einzig das Glück im Torabschluss fehlte den Erndtebrückern. "Wir haben es leider verpasst, das Spiel schon im ersten Durchgang zu entscheiden. Normal müssen wir hier mit 2:0 oder 3:0 in die Halbzeit gehen", ärgerte sich der TuS-Coach.

In der 44. Spielminute war es dann aber soweit. Nach feinem Zusammenspiel über die rechte Seite durch Mirkan Kasikci und Kapitän Sascha Leicher herrschte Verwirrung in der Hünsborner Abwehr. Leicher nutzte die Verwirrung der Gäste, tankte sich bis zur Grundlinie durch und hatte noch das Auge für den mitgelaufenen Sebastian Wanke, der die Kugel aus Nahdistanz nur noch zur 1:0-Führung über die Linie drücken musste..

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Der Moment, der nicht nur Erndtebrücks Simeon Schmidt (vorne) auf Seiten der Blauen in Verzückung setzte. Der Schuss von Sebastian Wanke (nicht im Bild) rollt zum 1:0 über die Linie. Hünsborns geschlagenem Torhüter Jens Weber bleibt nur noch das Nachsehen.

 

Vor dem Treffer ließ der Primus eine Vielzahl von guten Einschussmöglichkeiten ungenutzt. Alex Husser verpasste die Führung mit seinem Kopfball nur knapp und nachdem Simeon Schmidt den Ball über die Linie bugsiert hatte, war es Schiedsrichter Christian Reffelmann, der dem Treffer die Gültigkeit aberkannte. "Für mich war es ein regüläres Tor. Es ist auch nicht ganz klar, was der Schiedsrichter da abgepfiffen hat. Der eine sagt es wäre Abseits gewesen, der andere, dass der Torwart schon die Hand auf dem Ball hatte", zeigte sich Müller verwundert über den Pfiff des Unparteiischen.

Im zweiten Durchgang kippte das Spiel dann überraschend zu Gunsten der Gäste. "Meine einzige Erkärung ist, dass die Jungs zur Halbzeit vielleicht schon dachten, den Sieg sicher zu haben. Hünsborn war viel aggressiver und wir kamen kaum noch ins Spiel", erklärte der Übungsleiter.

So mussten die Hausherren in der 69. Spielminute den Ausgleich hinnehmen. Nach einer Flanke von der rechten Seite lauerte Sebastian Braas in der Mitte des Strafraums und konnte erfolgreich abschließen.

Vom TuS kam offensiv nichts mehr. Aber auch die "Rot-Weißen" konnten sich keine zwingenden Torchancen mehr erspielen. Und wenn sie einmal durchkamen, konnten sich die Erndtebrücker auf Schlussmann Tersteegen verlassen.

"Leider haben wir Hünsborn in der zweiten Hälfte das Feld überlassen. Dann ist es natürlich schwer, nach dem Ausgleich nochmal zurückzufinden und den Schalter wieder umzulegen. Dadurch geht dann so ein Spiel auch mal Unentschieden aus, obwohl wir das Spiel schon zur Halbzeit hätten entscheiden müssen", bilanzierte Müller die 90 Minuten.

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