Nach dem Fehlstart samt dem enttäuschenden Auftritt bei der 0:3-Derby-Pleite gegen Kaan-Marienborn zeigte der TuS Erndtebrück heute beim SC Wiedenbrück eine bessere Leistung. Dennoch stand gegen den Regionalliga-Absteiger die vierte Niederlage in Folge zu Buche. „Es ist bitter, dass wir wieder nichts mitgenommen haben. Aber ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen“, erklärte TuS-Trainer Alfonso Rubio Doblas nach dem 1:2 (0:2) und fügte an: „Vor dem Spiel habe ich gefordert, dass die Mannschaft die Grundtugenden des Fußballs in die Waagschale werfen und eine Reaktion zeigen muss. Das haben wir getan und gegen ein Team, das um den Aufstieg mitspielen will, mehrere Großchancen herausgespielt.“

Rubio Doblas nahm zwei Startelf-Wechsel vor. Mehmedalija Covic und David Jäger begannen für Sven Engelke (nicht im Kader) und Abbas Attia (Bank). Vor 237 Zuschauern wäre Erndtebrück fast ein Traumstart gelungen, doch Manfredas Ruzgis scheiterte im Eins-gegen-Eins an SC-Keeper Maik Rubzov (4.). Stattdessen zog Wiedenbrück in Front: Covic wurde unter Druck gesetzt und spielte einen Fehlpass in die Füße des Gegners. Phil Beckhoff bestrafte das und schoss den SCW in Führung (9.).

Anders als gegen Kaan-Marienborn, als Erndtebrück wenig bis keine Torgefahr ausgestrahlt hatte, besaßen die Wittgensteiner nach dem Rückstand gleich mehrere Chancen zum Ausgleich: Einen Schuss von Haluk Arslan lenkte Rubzov noch um den Pfosten (20.) und Ruzgis setzte die Kugel nach einem Arslan-Freistoß knapp über den Querbalken (28.). Wiedenbrück war da effektiver: Alex Taach rettete noch gegen Beckhoff (36.), musste jedoch nach Viktor Maiers Schuss aus 16 Metern hinter sich greifen (43.).

Unter dem Strich verpasste es Erndtebrück, sich für den Aufwand zu belohnen und lag nicht unverdient hinten. Nach dem Seitenwechsel hatten die Pulverwälder noch Glück, dass Taach gegen Maier und Omar Luei parierte (47./56.). Der TuS meldete sich wenig später zurück: Vom eingewechselten Abbas Attia in Szene gesetzt, scheiterte David Jäger an SC-Keeper Rubzov. Seinen Nachschuss klärte ein Wiedenbrücker auf der Linie, aber Arslan rutschte heran und drückte den Ball zum Anschlusstreffer über die Linie (65.). Und weil Beckhoff nur den Innenpfosten traf (79.), war Erndtebrück weiterhin im Spiel und drängte auf den Ausgleich.

In der Schlussphase löste Rubio Doblas daher die Viererkette auf und ließ Covic als weitere Spitze agieren. Doch weder Mehdi Reichert (79.) noch dem eingewechselten Lars Birlenbach per Kopf (87.) war es vergönnt, den ersten Zähler der Saison einzutüten. Erndtebrück steht somit weiterhin als einzig punktloses Oberliga-Team am Tabellenende. Anders als nach der Derby-Pleite, war Rubio Doblas aber zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: „Die Moral ist intakt, wir haben uns aufgerieben und eine gute Reaktion gezeigt. Diese Einstellung und diese Emotionalität müssen wir auch in den kommenden Wochen abliefern.“

Doch der Spanier weiß auch, dass seine Mannschaft unter Zugzwang steht: „Es wird eine schwere Saison und wir stehen immer noch ohne Punkte da. Klar, es wird nicht einfacher. Wir müssen aber Geduld haben, weiter arbeiten und dann werden wir auch noch unsere Punkte holen können.“

Schiedsrichter: Yannick Rupert - Zuschauer: 273
Tore: 1:0 Phil Beckhoff (9.), 2:0 Viktor Maier (43.), 2:1 Haluk Arslan (65.)

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