Der TuS Erndtebrück hat den Worten seines Trainer Florian Schnorrenberg Taten folgen lassen und die "Festung Waldstadion" tatsächlich eingenommen. Die Wittgensteiner bezwangen den heimstarken SuS Neuenkirchen mit 3:1 (1:0) und kamen damit zu ihrem zweiten Auswärtssieg in der laufenden Saison. Durch den Erfolg liegen die Erndtebrücker als Achter zwar immer noch einen Rang hinter dem SuS zurück, zogen aber nach Punkten mit ihnen gleich.

Die Schlüsselszene des Spiels ereignete sich in Minute zwölf. Nach einem Foul von Neuenkirchens Felix Fuchs am einschussbereiten Markus Waldrich im eigenen Strafraum zeigte Schiedsrichter Christopher Schütter dem SuS-Akteur die Rote Karte und entschied auf Strafstoß für die Gäste. "Sicherlich eine harte Entscheidung", kommentierte Schnorrenberg die Szene. Anis Saidi war es letztlich egal. Der ehemalige Betzdorfer schickte Keeper Dennis Fischer in die falsche Ecke und brachte sein Team in Führung. Dennoch war es auch in Überzahl ein zähes Ringen für die Wittgensteiner. Auch mit einem Mann weniger erwiesen sich die Hausherren als unangenehmer Gegner. "Neuenkirchen hat schon eine richtig gute Truppe. Gerade bei Standardsituationen kann von den groß gewachsenen Spielern immer mal ein Ding durchrutschen. Hier gewinnen sicherlich nicht viele Mannschaften", sind die Münsterländer für Schnorrenberg vor allem vor eigenem Publikum ein starker Gegner.

War es Kapitän Nicolas Haverkamp im ersten Durchgang, dessen Distanzschuss nicht von Erfolg gekrönt war, so parierte Erndtebrücks Torhüter Florian Hammel elf Minuten nach Wiederanpfiff einen Kopfball von Daniel Seidel glänzend und bewahrte sein Team vor dem Ausgleich. "Wir haben einfach zu sehr versucht das Ergebnis zu verwalten und unsere eigenen Konter nicht gut ausgespielt", schilderte der Brachbacher die Minuten vor dem 1:1.

Denn das fiel schließlich in der 74. Minute. Nach einer Flanke von Marius Bülter stand Seidel am zweiten Pfosten blank und nickte ein. Die Reaktion der Erndtebrücker folgte jedoch auf dem Fuße. Tokio Nakai, für den Gelb-Rot gefährdeten Christian Runkel in die Partie gekommen, legte den Ball mustergültig quer auf den ebenfalls ins Spiel gekommenen Özgür Öncü und der markierte nur zwei Minuten nach dem Ausgleich die erneute Führung.

Danach verpassten es Markus Waldrich und Nakai (84.), die sich gegenseitig nach einem Zuspiel von Jan-Patrick Kadiata gegenseitig störten und wiederum Waldrich (89.) eine Minute vor dem Abpfiff, als er Fischer bereits umkurvt hatte, aber zu weit nach Außen gedrängt wurde und der Winkel zu spitz war und nur den Außenpfosten traf, eine vorzeitige Entscheidung.

Die fiel dann aber in der Schlussminute. Eine scharfe Hereingabe des eingewechselten Kadiata, der für einige belebende Momente im TuS-Spiel sorgte, bugsierte SuS-Spieler Maximilian Mümken unglücklich ins eigene Netz.

"Wir haben auf einem tiefen Boden enormen Kampfgeist entwickelt und mit Leidenschaft gespielt. Es war sicherlich kein perfekter Auftritt, ich würde ihn aber als gut bezeichenen", freute sich Schnorrenberg über den Sieg, der auf der Rückfahrt auch lautstark gefeiert wurde.

Expressi