Vor dem nächsten Spiel bei der Reserve des SC Paderborn (7. Platz/13 Punkte) beschäftigt sich Alfonso Rubio Doblas, Trainer des TuS Erndtebrück (17./4), nur in geringem Maße mit der Frage, wie viele Spieler aus dem Bundesligakader der Ostwestfalen durch die Vorverlegung auf morgen um 15 Uhr auflaufen werden. Auch am Sonntag hätte der kommende Gegner schließlich Unterstützung vom Kader der Ersten bekommen können.

Vielmehr schaut der Spanier auf seine eigene Mannschaft und fordert: „Wir haben in den letzten beiden Spielen gegen Sprockhövel und in Meinerzhagen defensiv wenig zugelassen und hatten auch vorne die Chancen, um uns mit mehr Punkten zu belohnen. In der Oberliga entscheidet am Ende immer noch die Tagesform. Und wenn wir am Donnerstag defensiv gut stehen, können wir auch die Paderborner knacken.“

Mit 20 Gegentoren hat Erndtebrück allerdings die schwächste Verteidigung der Liga. Vor zwei Wochen hielt Elf vom „Pulverwald“ gegen die TSG Sprockhövel (0:0) jedoch erstmals den Kasten sauber und bei der 0:2-Niederlage beim RSV Meinerzhagen zuletzt wurden die Wittgensteiner nur einmal aus dem Spiel heraus überwunden (das zweite Tor war ein Elfmeter).

Die Paderborner Reserve spielt hingegen in dieser Saison eine gute Rolle in der Oberliga und hat nach acht Spielen bereits 13 Punkte gesammelt. Das Prunkstück der Ostwestfalen ist der Angriff: Mit 17 Treffern sind sie die zweitgefährlichste Mannschaft der Liga. Erndtebrück hat wiederum mit neun Toren die drittschlechteste Offensiv-Abteilung der Liga – die Favoritenrolle ist also klar verteilt. „Wir spielen gegen eine Wundertüte, die vom Bundesligakader profitieren kann, ihre letzten beiden Spiele gewonnen hat und den Heimvorteil auf ihrer Seite hat“, betonte auch Rubio Doblas und fügte an: „Auf der anderen Seite haben die Paderborner zu Hause gegen den ASC Dortmund und die TSG Sprockhövel verloren. Das sind die Gegner, gegen die wir unsere vier Punkte geholt haben. Daher wollen wir auch mit etwas Zählbarem wieder zurück fahren.“

Den Tabellenzweiten aus Meinerzhagen stellten die Paderborner vor zwei Wochen kalt und siegten mit 4:1. Auch in Rheine am Sonntag holten die Ostwestfalen einen 3:2-Sieg und weisen damit auch die bessere Form auf. Die Stärken der Paderborner erkennt auch Rubio Doblas: „Paderborn hat eine junge, spielstarke Mannschaft und ist die Reserve einer Profimannschaft. Das heißt, dass die Spieler eine gute Ausbildung genossen haben und sich für höhere Aufgaben empfehlen wollen. Sie legen ein hohes Spieltempo an den Tag und sind daher immer gefährlich.“

Die zwei Stunden Fahrt nach Paderborn werden indes die verletzen Spieler Lars Birlenbach, Mehmedalija Covic und Nico Renner nicht mit antreten können. Auch für Luca Woditsch kommt ein Einsatz nach dem Aufbautraining noch zu früh. Zudem steht hinter Murat-Kaan Yazar (muskuläre Probleme) ein Fragezeichen. Angesichts der Tabellensituation merkte der Spanier schließlich an: „Völlig egal, welcher Gegner: Wir müssen in jedem Spiel punkten. Es wird schwierig, aber wir wollen auch in Paderborn etwas mitnehmen.“

Ein Blick auf die vergangene Saison lässt Gutes hoffen. Denn auch im letzten Jahr spielte Erndtebrück am Tag der deutschen Einheit bei den Paderbornern – und holte einen 1:0-Auswärtssieg.

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