Vor der Saison setzte sich der TuS Erndtebrück zum Ziel, dass am heimischen „Pulverwald“ die Basis für den Klassenerhalt gelegt werden muss. Nach neun Spieltagen haben die Wittgensteiner (17. Platz/4 Punkte) nun bereits fünf Zähler Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Am Sonntag gegen Rot-Weiß Ahlen (5./15) muss wieder etwas Zählbares her, um den Anschluss nicht zu verlieren.

TuS-Trainer Alfonso Rubio Doblas gibt daher die Richtung vor: „Ich merke, dass die Mannschaft heiß ist. Wir müssen punkten. Egal gegen wen – und egal wie.“

Die Pulverwälder sind auswärts fünf Mal leer ausgegangen. Zu Hause hingegen sind die Wittgensteiner in den letzten beiden Heimspielen ungeschlagen (4:3-Sieg gegen den ASC Dortmund und 0:0 gegen Sprockhövel). Abgesehen von der 0:3-Derby-Pleite gegen Kaan-Marienborn konnte Erndtebrück bisher gegen jeden Gegner am „Pulverwald“ Paroli bieten, auch am ersten Spieltag bei der 3:5-Niederlage gegen Ennepetal.

„Wir haben in vielen Spielen gut mitgespielt, aber alleine davon können wir uns auch nichts kaufen“, erklärt der Spanier und fügt an: „Wir müssen sehen, dass wir im Übergangsspiel zwischen Defensive und Offensive besser werden, um dann zielstrebiger nach vorne zu kommen.“

Damit spricht der A-Lizenz-Inhaber das Manko in der Offensive an. Am „Pulverwald“ werden nämlich zwei Extreme aufeinander treffen: Die Ahlener haben die zweitbeste Defensive der Liga (7 Gegentore) – Erndtebrück weist hingegen den zweitschlechtesten Angriff auf (neun Treffer). Zuletzt blieb die Rubio Doblas-Elf gar dreimal in Folge ohne eigene „Bude“. Das wurmt den spanischen Linienchef: „Wir hatten in den letzten drei Spielen zusammen acht Hundertprozentige, aber wir treffen das Tor nicht.“

Auf der anderen Seite verbesserte sich Erndtebrück in puncto Defensive. Zwar kassierte die TuS-Auswahl bereits 22 Gegentreffer und ist damit nach wie vor die Schießbude der Liga. Allerdings ließen die Wittgensteiner zuletzt bei der Nullnummer gegen Sprockhövel sowie bei den Niederlagen in Meinerzhagen und Paderborn (je 0:2) weniger Chancen des Gegners zu. „Die Mannschaft arbeitet und harmoniert defensiv besser als noch zu Beginn der Saison. Wir brauchen unsere Zeit. Defensiv trägt das so langsam Früchte, jetzt müssen wir nur auch noch offensiv mehr Konsequenz und Effizienz zeigen“, erklärt Rubio Doblas.

Das wird auch gegen Ahlen gebraucht. Denn die Rot-Weißen haben in dieser Saison die Ambitionen erhöht und gehen als klarer Favorit in die Partie. Rubio Doblas: „Ich hab mir das 0:0 der Ahlener gegen Meinerzhagen vor Ort angeschaut. Mit Ahlen erwartet uns eine Spitzenmannschaft, die besonders spielstark ist und sich im Vergleich zur Vorsaison nochmal verstärkt hat.“ Ahlen musste bisher zwei Niederlagen – 0:1 beim TuS Ennepetal und 1:2 bei der TSG Sprockhövel – hinnehmen. Rubio Doblas sieht zwischen seiner Elf und Spröckhövel Parallelen, rechnet sich daher Chancen aus: „Im direkten Duell waren wir gegen die TSG näher an einem Sieg dran. Sprockhövel hat einen Kunstrasenplatz, genau wie wir. Ahlen spielt aber auf Naturrasen und da sehe ich schon einen Vorteil. Wir müssen uns am Sonntag zerreißen und wollen da ansetzen, wo wir gegen Dortmund und Sprockhövel aufgehört haben.“

Nicht dabei mithelfen können Mehmedalija Covic (Aufbautraining), Eren Bilgicli, Benedikt Schneider (beide muskuläre Probleme) und der vor einer Adduktoren-OP stehende Haluk Arslan.

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