Für den TuS Erndtebrück hat sich die Lage nach der heutigen 1:4 (0:1)-Pleite gegen Rot-Weiß Ahlen weiter zugespitzt. Da die Konkurrenz aus Rheine, Herne und Kaan-Marienborn punktete, beträgt der Abstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz nun sechs Punkte.

 

TuS-Trainer Alfonso Rubio Doblas haderte nach dem Spiel: „Ich könnte hier auch einen Leierkasten hinstellen. Denn heute haben wir wieder durch die gleichen Probleme verloren. Wir kriegen zu einfache Gegentore und laufen wieder der Musik hinterher. Wir hatten gute Phasen im Spiel, aber was wir an Fehlern anbieten, ist eine Katastrophe.“

Vor 142 Zuschauern waren gerade mal zwei Minuten gespielt, da nickte Ismail Budak eine Ecke zur Ahlener Führung ein. Es war der fünfte Gegentreffer, den die Erndtebrücker in den ersten fünfzehn Minuten eines Oberligaspiels kassierten. Und zudem das achte Mal, dass die Wittgensteiner in dieser Saison einem Rückstand hinterher laufen mussten. Genau diese Probleme hatte Rubio Doblas bei seiner Kritik im Sinn.

Sein Gegenüber, RWA-Coach Christian Britscho erklärte hingegen: „Wir sind froh, dass wir diese Hürde nehmen konnten. Wir haben den Gegner gut angelaufen. Nach einer halben Stunde war die Partie chaotisch. Erst nach dem 3:1 hatten wir wieder ruhigere Aktionen und haben am Ende verdient gewonnen.“

Erndtebrück war aggressiv in den Zweikämpfen, konnte jedoch im Spiel mit dem Ball nicht überzeugen. Viele Ballverluste im Mittelfeld verhinderten, dass die Wittgensteiner dem Kasten der Rot-Weißen gefährlich werden konnten. Es blieb bei einer Annäherung von Manfredas Ruzgis, der eine Flanke übers Tor köpfte (40.). Ahlen entwickelte deutlich mehr Zug zum Tor – Enes Güney (10.), Guiliano Nieddu (16.) und Budak (20.) verpassten es, den zweiten Treffer nachzulegen. Erndtebrück hätte sich nicht beschweren können, zur Halbzeit noch höher zurück zu liegen.

Nach dem Seitenwechsel gelang jedoch der Ausgleich: David Jäger blockte einen Ahlener Abschluss ab und leitete einen schnellen Konter ein. Sein Befreiungsschlag landete bei Manfredas Ruzgis, der für Besmir Rada den Ball abschirmte. Rada schickte Abbas Attia steil, der das Auge für Murat-Kaan Yazar hatte, der zum 1:1 einschob (61.). Spielentscheidend war aber das, was auf der Gegenseite folgte: Denn Ahlen entschied mit einem Doppelschlag die Partie – und die Verteidigung der Wittgensteiner half fleißig mit. Erst sorgte ein Stellungsfehler der Viererkette dafür, dass Luca Steinfeldt alleine auf den heraus eilenden TuS-Keeper Alex Taach zulief und diesen mit einem Lupfer überwand (62.). Dann fehlte bei einer späteren Ecke die Zuteilung: Am langen Pfosten kam Bennet Eickhoff frei zum Kopfball und brachte den Ball nochmal scharf in die Mitte. Dort setzte sich Rene Lindner im Getümmel gegen die Erndtebrücker Abwehrbeine durch und netzte zur Entscheidung ein (66.).

In der Schlussphase waren die Gastgeber bemüht, noch einmal den Anschluss zu erzielen. Am gefährlichsten wurde ein abgefälschter Schuss von Taira Tomita, doch RWA-Rückhalt Bernd Schipmann wehrte diesen ab (82.). Ahlen wiederum vergab einige Chancen, den Sack endgültig zu zu schnüren, ehe Steinfeldt einen langen Schlag nach Erndtebrücker Ballverlust erlief, einen Haken schlug und zum 1:4-Endstand einschoss (86.). Es war bereits der 26. Gegentreffer der Pulverwälder. Das ist Ligahöchstwert – und verdeutlicht einen der Gründe dafür, dass Erndtebrück nach zehn Spieltagen auf einem Abstiegsplatz steht.

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