Drei Punkte waren für den TuS Erndtebrück nötig, um im Oberliga-Kellerduell bei der Hammer SpVg nicht den Anschluss zu verlieren. Und die Mission gelang: In zerfahrenen 90 Minuten glückte den Wittgensteinern ein verdienter 2:0-Auswärtssieg, durch den der Absturz auf den letzten Tabellenplatz vermieden werden konnte und der Abstand zum ersten Nichtabstiegsplatz auf nun drei Zähler schrumpfte.

„Es war ein Kampfspiel, beide Teams haben sich aufgerieben. Man sieht es am Rasen, der ist ramponiert“, urteilte TuS-Trainer Alfosno Rubio Doblas und fügte an: „Wir haben viel investiert und zum richtigen Zeitpunkt das 1:0 gemacht. Da war es schwer für Hamm, zurück zu kommen. Wir dürfen jetzt aber nicht in Jubelarien verfallen, sondern müssen weiter arbeiten.“

Und in der Tat war es nicht nur der herbstliche Dauerregen, der dem Hammer Naturrasen zusetzte. Beide Mannschaften ackerten viel. Da dauerte es nicht lange, bis der Rasen zerpflügt war. Doch vor 182 Zuschauern dauerte es dafür länger, bis die chancenarme Partie auch vor den Toren Fahrt aufnahm.
Für Hamm scheiterte David Loheider an TuS-Keeper Niklas Knopf, dem Rubio Doblas anstelle von Alex Taach das Vertrauen schenkte (26.). Spielerisch überlegen waren jedoch die Gäste, die durch ungenaue Schüsse von Erlon Sallauka (33.) und Taira Tomita (36.) erste Torgefahr versprühten.

Nach dem Seitenwechsel rissen die Erndtebrücker das Spiel jedoch mehr und mehr an sich. Das lag auch daran, dass Hamms Sinan Özkara nach wiederholtem Foulspiel mit der Gelb-Roten des Feldes verwiesen wurde (61.).

Jedoch betonte TuS-Kapitän Moritz Brato: „Ich glaube, wir hätten das Spiel auch ohne den Platzverweis gewonnen. Man hat gemerkt, dass wir mehr wollten. Wir haben gefightet, Gas gegeben und uns voll reingeknallt. Hamm hatte eine Chance in der ersten Halbzeit und ist in Unterzahl nicht mehr gefährlich geworden.“

So waren es am Ende zwei Faktoren, die die Pulverwälder auf die Siegerstraße führten: Hinten wurde die Null gehalten, auch weil Mehmadalija Covic nach seiner Verletzungspause bewies, dass die Viererkette mit ihm stabiler steht. Und vorne führte ein konsequentes Spiel über die Außen zum Erfolg.

Ein Kopfball von Abbas Attiee (57.) und ein Versuch von Besmir Rada (72.) blieben zwar noch ohne Ertrag, doch nach einem langen Ball von Mehdi Reichert auf Attiee war es soweit: Der Gegner verschätzte sich, sodass Attiee freie Bahn hatte. Seinen Querpass musste Murat-Kaan Yazar nur noch über die Linie drücken (77.). Nach einem starken Rada-Sololauf hatte Tomita schon die Entscheidung auf dem Fuß, scheiterte aber am Pfosten (81.). Doch das rächte sich nicht, weil sich Manfredas Ruzgis auf rechts durchtankte und Attiee nach einem Yazar-Abschluss zum 2:0-Endstand abstaubte (86.).
Und Hamm? Das war in Unterzahl harm- und ideenlos und leistete sich insgesamt zu viele Fehler. Daher erklärte Coach René Lewejohann, der früher als Spieler bei den Sportfreunden Siegen aktiv war: „Das Ergebnis geht in Ordnung, denn ich hatte das Gefühl, dass wir dem Druck nicht so gewachsen waren wie Erndtebrück. Wir haben am Ende mit dem Mut der Verzweiflung versucht, irgendwas zu machen, haben es aber nicht wirklich auf die Kette bekommen.“

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