Das, was sich der TuS Erndtebrück beim SV Schermbeck nach zuvor zwei Siegen in Folge vorgenommen hatte, wurde bereits nach 28 Sekunden über den Haufen geworfen. Denn TuS-Kapitän Moritz Brato hatte da mit einem missglückten Rückpass ein Eigentor erzielt und die 1:2-Niederlage eingeleitet. Ein kapitaler Bock, bei dem TuS-Trainer Alfonso Rubio Doblas seinem Keeper Niklas Knopf keinen Vorwurf machte: „Niklas stand richtig. Nur Moritz spielt ihn nicht an, sondern schießt aus 20 Metern ins Tor. Das macht natürlich niemand mit Absicht, aber es ist ärgerlich. Die ganze Arbeit, die wir uns im Vorfeld gemacht haben, war da hinfällig.“

Das Eigentor war der Grund dafür, dass Erndtebrück vor 200 Zuschauern bereits früh ins Hintertreffen geriet und in der Folge einem Rückstand hinterher rennen musste. Im Vergleich zum Derbysieg in der Vorwoche wirkte Erndtebrück in der kompletten ersten Halbzeit wie ausgewechselt. Und das, obwohl der Spanier die selbe Elf aufs Feld geschickt hat, die zuvor mit einer starken Leistung gegen die Sportfreunde aus Siegen einen „Dreier“ einfuhr.

Doch in Schermbeck häuften sich Fehler in der Defensive. Erndtebrück gab den Ball oft leichtfertig aus der Hand und stand hinten zu weit weg vom Gegner. Und das wurde bestraft – eine Viertelstunde nach dem Eigentor hatte Schermbeck ein weiteres Mal zugeschlagen: Eine Flanke von außen verwertete Miles Grumann (16.). In der Folge hatten die Erndtebrücker Glück: Marek Klimczok scheiterte am Pfosten (21.) und ein Schuss von Dominik Milaszewski knallte an die Latte (43.). Das 0:2 zur Pause war schmeichelhaft für den TuS.

Rubio Doblas fand daher auch klare Worte: „Die erste Halbzeit war unterirdisch, da müssten wir eigentlich schon 0:4 hinten liegen. Das habe ich von meiner Mannschaft so noch nicht gesehen. Das war eine grottenschlechte Leistung.“ Der Spanier reagierte und brachte zusätzlich zu Nico Renner, der für den angeschlagenen Murat-Kaan Yazar ins Spiel kam (41.), auch noch Burak Yildiz und Sosuke Fukushi für Abbas Attie und Besmir Rada (46.).

Die Umstellung fruchtete, denn die Gäste bejubelten kurz nach Wiederanpfiff den Anschlusstreffer: Yildiz steckte durch für Manfredas Ruzgis, der mit einem Querpass den Torschützen David Jäger bediente (47.). Jetzt war Erndtebrück wieder im Spiel. Doch Mannen vom „Pulverwald“ gingen letztlich zu nachlässig mit ihren Chancen um: Mehdi Reichert setzte einen Freistoß an den Querbalken (59.), Renner verzog freistehend im Sechzehner (77.) und Schermbecks Keeper Cedric Drobe wehrte einen Yildiz-Abschluss zur Ecke ab (85.). Auf der Gegenseite verpasste es Klimczok, einmal per Kopf und einmal nach einem Konter, für die Entscheidung zu sorgen (79./83.).

„Das Spiel war bis zum Schluss spannend, da war alles möglich“, beschrieb Rubio Doblas und bilanzierte: „Es war heute mehr drin, weil wir in der zweiten Halbzeit endlich wach geworden sind. Mit einer ersten Halbzeit in Normalform hätten wir hier locker etwas mitnehmen können.“

Schiedsrichter: Florian Visse (SC Hörstel) - Zuschauer: 200
Tore: 1:0 (1. Eigentor), 2:0 Miles Grumann (16.), 2:1 David Jäger (47.)

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