Vor dem anstehenden Auswärtsspiel beim Holzwickeder SC gibt es bittere Nachrichten aus dem Lazarett des TuS Erndtebrück. Luca-Andreas Woditsch und Tom Robin Röcher haben beide einen erneuten Rückschlag im Aufbautraining erlitten. Diagnose: Kreuzbandriss - das Duo wird in diesem Jahr ganz sicher nicht mehr in der Oberliga auflaufen.

„Es ist für beide sehr bitter. Sie haben hart für ihr Comeback geschuftet und sich im Endstadium wieder schwer verletzt“, erklärte TuS-Trainer Alfonso Rubio Doblas, der am Sonntag auch auf Haluk Arslan (Aufbautraining), Erlon Sallauka (noch ein Spiel Rot-Sperre), Sven Engelke (Knieprobleme) und Talha Varli (krank) verzichten muss. Maximilian Schneider (angeschlagen) ist zudem noch fraglich.

Trotz der längeren Ausfallliste will das Team vom „Pulverwald“ im östlichen Ruhrgebiet wichtige Zähler im Kampf gegen den Abstieg einfahren und damit an die letzten Wochen anknüpfen (zwei Siege, ein Remis, eine Niederlage). „Wir wollen die Steigerung aus den letzten Spielen bestätigen. Wir müssen punkten, um die Abstiegsplätze so schnell wie möglich zu verlassen. Es wird ein Spiel auf Augenhöhe, daher müssen wir konzentriert an die Sache ran gehen“, lautet die Vorgabe Rubio Doblas'.

Die Sache mit der Konzentration war in den letzten zwei Begegnungen jedoch ausbaufähig. Sowohl in Schermbeck als auch gegen Herne verschliefen die Erndtebrücker die Anfangsphase und mussten jeweils einem 0:2-Rückstand hinterherlaufen. In Schermbeck stand am Ende eine 1:2-Niederlage zu Buche, gegen Herne zeigten die Erndtebrücker eine bessere Reaktion und holte noch ein 2:2-Remis.

Auch der Spanier hat das Problem erkannt und fordert daher: „Wir müssen sehen, dass wir uns, gerade in der ersten halben Stunde, besser präsentieren. Wir müssen den Kampf besser annehmen und die individuellen Fehler, die wir immer wieder anbieten, abstellen.“ Die Konsequenz dieser Fehler ist, dass Erndtebrück (17. Platz/11 Punkte) bereits 31 Gegentreffer kassierte und damit die zweitschlechtete Defensive der Liga stellt.

Auch Holzwickede (13./8) ist hinten anfällig (30 Gegentore), dennoch stellt der Spanier die Stärken des Gegners heraus: „Es ist eine Mannschaft, die unangenehmen Fußball spielt. Sie sind motiviert, denn mit einem Sieg können sie die 20-Punkte-Marke knacken und hätten so die halbe Miete für den Klassenerhalt. Zudem hat der HSC den Heimvorteil auf seiner Seite.“

Und dieser Vorteil ist tatsächlich einer: Holzwickedes Heimbilanz (drei Siege, ein Remis, drei Niederlagen) liest sich besser als die Erntebrücker Ausbeute in der Fremde, wo es bereits sechs Pleiten setzte. Lediglich in Hamm konnten die Wittgensteiner auswärts einen „Dreier“ einstreichen. „Wir haben zu Hause, abgesehen von der 0:3-Pleite gegen Kaan-Marienborn, jedem Gegner die Stirn bieten können. Wir müssen daher auswärts ähnlich engagiert und couragiert auftreten“, fordert der A-Lizenz-Inhaber. Sinnbildlich für die Auswärtsschwäche steht auch TuS-Angreifer Manfredas Ruzgis, der alle seine sieben Treffer am „Pulverwald“ bejubelte.

Apropos Ruzgis. Auf ihn kommt auf dem Holzwickeder Naturrasen eine zentrale Rolle als Zielspieler zu. Denn ähnlich wie in Schermbeck und Hamm erwartet Rubio Doblas einen vom herbstlichen Regenwetter ramponierten Rasen: „Da gibt’s nur ein Mittel. Wir müssen eine gute Mischung aus langen Bällen und Kombinationsfußball finden.“

fupa.net