Ausnahmsweise mal wird der heimstarke TuS Erndtebrück, der neun von bisher 14 Punkten am „Pulverwald“ holte, eher weniger etwas dagegen haben, dass das Spiel am kommenden Sonntag gegen den ASC Dortmund in der Fremde ausgetragen wird. Denn während in Erndtebrück für die Nacht von Samstag auf Sonntag weitere Schneeschauer erwartet werden, ist im Dortmunder Stadtteil Aplerbeck „nur“ Regenwetter angesagt – die Partie kann also stattfinden.

Offen ist hingegen noch, ob der Ball im „Waldstadion“ über den Naturrasen rollen kann oder ob der ASC auf den benachbarten Kunstrasen ausweichen muss. Zuletzt verhinderte das Wittgensteiner Winterwetter zwei von bisher drei Pflichtspielen im neuen Jahr. Der vielversprechende Auftritt beim 2:2-Unentschieden im Derby beim 1. FC Kaan-Marienborn liegt bereits knapp drei Wochen zurück. Erndtebrück ist noch nicht im Spielrhythmus angekommen, hat aber zugleich einen wegweisenden Monat vor sich: Durch die Nachholpartien gegen Westfalia Rhynern (8. März) und den SC Wiedenbrück (25. März) stehen gleich sechs Spiele in den kommenden vier Wochen an – und damit auch sechs Chancen, wieder Anschluss ans Tabellenmittelfeld zu schaffen.

TuS-Trainer Michael Müller sehnt daher den Liga-Alltag herbei: „Noch mehr Spiele sollten nicht ausfallen, dann haben wir bald nur noch Englische Wochen. Ob das ein Nachteil ist, dass wir erst ein Punktspiel hatten, sehen wir dann am Sonntag. Wir sind auf jeden Fall heiß und freuen uns, dass es endlich los geht.“

Los geht nicht nur der Liga-Alltag, sondern auch der Kampf um den Klassenerhalt. Bisher stehen die Wittgensteiner auf einem Abstiegsrang (17. Platz/14 Punkte), punktgleich davor ist Westfalia Herne (16./14). Der ASC Dortmund (13./24) hat sich dagegen vom Tabellenkeller mit vier Punkten aus den letzten beiden Spielen absetzen können und geht nach dem 1:0-Erfolg beim Tabellenzweiten RSV Meinerzhagen als Favorit in die Partie.

Auch Müller weiß um die Stärken der Aplerbecker: „Für mich kam deren Sieg in Meinerzhagen nicht überraschend. Dortmund ist eine Mannschaft, die vom Potenzial her zu den besten Teams der Liga zählt. Gerade nach vorne hin haben sie sehr viele starke Spieler. Im Vergleich zur Vorsaison hat sich der Kader kaum verändert.“ Im letzten Jahr spielte der ASC bis zuletzt um den Aufstieg mit. Nach einer enttäuschenden Hinrunde soll der neue Trainer Antonios Kotziampassis die Aplerbecker nun wieder näher an die Region führen, die vor der Saison als Ziel ausgerufen wurde.

Erndtebrück will dem ASC dabei jedoch ein Bein stellen, so Müller: „Wir fahren nach Dortmund, um etwas Zählbares mitzunehmen. Das traue ich uns auch zu. Wichtig ist, dass wir eine hohe Disziplin sowie Lauf- und Kampfbereitschaft an den Tag legen. Wir müssen wieder auftreten wie in Kaan.“

Ausfallen werden David Jäger (Zerrung), Eren Bilgicli (gebrochene Hand) und Besmir Rada (Leistenprobleme). Ein gutes Omen kann hingegen das Hinspiel sein: Erndtebrück brach im September dank eines 4:3-Erfolges in einem umkämpften Spiel nach zuvor vier Auftaktniederlagen den Bann und sammelte erstmals Punkte in der Oberliga. Besonders viele sind seitdem nicht dazu gekommen, weswegen die Mannen von der Eder am Sonntag in Dortmund genauso zum Punkten verdammt sind wie in den wegweisenden Spielen danach. „Ziel ist es, zu gewinnen. So ergibt es die Tabellensituation“, stellt Müller schließlich klar.

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