Die Stimmung konnte eigentlich besser nicht sein. Man blickte ausschließlich in strahlende Gesichter bei der Pressekonferenz des TuS Erndtebrück nach dem hochverdienten Sieg gegen den Tabellenzweiten SV Rödinghausen, den man phasenweise sogar vorführte. Viele unter den Zuschauern und Offiziellen sprachen sogar vom besten Auftritt seit langem.

Einer blieb jedoch freute sich nach innen und blickte mit einem Augenzwinkern aufs nächste Spiel: "Die Presse ist ja auch hier. Nächste Woche geht es wieder in den "Horror-Kreis." Derjenige der dies zum Ausdruck brachte und auf den Horror-Kreis Hamm anspielte, wo es bislang ausschließlich Niederlagen hagelte, war kein Geringerer, als Erndtebrücks Trainer Florian Schnorrenberg.

Nicht, dass der Übungsleiter des TuS mit diesen Wochen die Freude über die Gala-Vorstellung, die seine Elf wenige Minuten zuvor gegen Rödinghausen zeigte, dämpfen wollte, nein, vielmehr wollte der Brachbacher daran erinnern, dass in einer Woche schon wieder alles anders sein kann. Zum einen erinnerte er sich an die bislang mäßigen Auftritte der Wittgensteiner in der Fremde und zum anderen wusste er um die Heimbilanz des kommenden Gegners. Der SC Roland Beckum holte vor heimischem Publikum in dieser Saison sechs Siege und ein Unentschieden. Eine Bilanz, die ligaweit ihres gleichen sucht.

"Beckum hat viele junge Spieler mit enormen Entwicklungspotenzial. Zudem haben sie mit Joseph Laumann einen absoluten Ausnahmespieler dieser Klasse in ihren Reihen. Er ist beidfüßig, hat ein richtig gutes Kopfballspiel und ist extrem torgefährlich", hat Schnorrenberg in deren Top-Torjäger (11 Treffer), der übrigens in dieser Saison fast beim TuS Erndtebrück gelandet wäre, sich aber letztlich für einen Verbleib bei Beckum entschied, den Schlüsselspieler des SC ausgemacht. "Beim 1:1-Unentschieden in Ahlen war Laumann der Wegbereiter", so der Brachbacher.

Erschwerend kommt bei den Wittgensteiner hinzu, dass Markus Waldrich am Sonntag (14.30 Uhr verletzt passen muss. Der überragende Akteur des Rödinghausen-Spiels verletzte sich am operierten Knie und konnte in dieser nicht trainieren. Eine genaue Diagnose steht noch aus. "Ich hoffe nicht, dass er länger ausfällt", zeigte sich Schnorrenberg vom nächsten Neuzugang auf der Verletztenliste wenig erfreut. "Das ist natürlich ein weiterer Nackenschlag", so der A-Lizenz-Inhaber, "aber wir haben schon viele weggesteckt und beschäftigen uns mit dem, was möglich ist. Wir haben gegen Rödinghausen Selbstvertrauen getankt und die Form von letzter Woche wollen wir nun nach Möglichkeit ins nächste Spiel transportieren", hofft der Coach.

Und da Schnorrenberg stets bemüht ist, aus allem Negativem (Waldrich-Ausfall) das Positive zu ziehen, betonte der 36-Jährige abschließend: "Wir mussten gegen Zweckel auch auf Waldrich verzichten. Das Spiel haben wir gewonnen."

Während Fatih Tuysuz an seinem Nasenbeinbruch erfolgreich operiert wurde, er aber in diesem Jahr wohl nicht mehr für den TuS aufläuft, macht Ivam Markow gute Fortschritte. Er macht am Sonntag erste Gehversuche in der Landesliga-Mannschaft. Für den verletzten Waldrich fährt mit Anil Berber ein Offensivspieler aus der Reserve mit zum Oberliga-Spiel nach Roland. Und auch Jannik von Heiden wird nach auskurierter Verletzung wieder auf der Bank sitzen.

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