Der TuS Erndtebrück steht im Halbfinale des Westfalenpokals. Der Regionalligist aus dem Wittgensteiner Land setzte sich am Abend in der Runde der letzten acht Teams mit 2:0 (1:0) gegen den Landesligisten RSV Meinerzhagen durch.

Verkehrte Welt nach dem Abpfiff am Pulverwald: Während die Anhänger der Sauerländer die unterlegene Mannschaft noch lange lautstark bejubelten und Bengalos in Rot und Blau abbrannten, ging Erndtebrücks Trainer Florian Schnorrenberg mit finsterer Miene in die Kabine. Zwar hatte seine Mannschaft nach Toren von Xhuljo Tabaku (41.) und Hedon Selishta (67.) gerade gewonnen, das Spiel vor allem in der zweiten Halbzeit hatte jedoch dem Fußballlehrer die Laune verdorben.

Nach der Pause mussten sich die Gastgeber vor 362 Zuschauern stürmischen Angriffen der Meinerzhagener erwehren. Das Team, bei dem der BVB-Profi Nuri Sahin als einer von drei Trainern dabei war, erarbeitete sich reichlich Chancen. Dabei traf Hakan Aktas die Latte. Einige andere Möglichkeiten vereitelte der TuS-Keeper Timo Bäcker.

Andererseits verbuchte Erndtebrück auch eigene Chancen, vor der Pause etwa, als Mory Konate allein auf RSV-Keeper Dominik Hollmann zulief.

Dann aber die 84. Minute: Dominik Jordan ließ sich provozieren, foulte seinen Gegenspieler und flog vom Platz. „Die Rote Karte bringt mich zum Durchdrehen“, ärgerte sich Schnorrenberg nach dem Abpfiff. Er hatte Jordan angesichts des nun schon 19. Spiels in dieser Saison als Rechtsverteidiger geschont und erst zehn Minuten vor dem Platzverweis für Jan-Patrick Kadiata aufs Feld geschickt. „Da muss man seine Emotionen im Griff haben“, erklärte Schnorrenberg. Gerade vor der Tribüne, auf der die RSV-Anhänger viel Lärm machten, das habe er mit Jordan vor der Einwechslung besprochen.

„Meinerzhagen hat eine gute Leistung abgeliefert“, sagte Schnorrenberg andererseits. Eine Leistung, vor der er im Vorfeld ausführlich gewarnt hatte. Die Gäste hatten auch schon die erste Hälfte offensiv begonnen, gerade so, als ob sie ein Heimspiel hätten. Vor eigenem Publikum hatten sie in den vorherigen Runden drei Oberligisten bezwungen.

Erndtebrück hat es bislang nur einmal überhaupt ins Halbfinale des Westfalenpokals geschafft, in der Saison 2009/10. Das damalige Westfalenliga-Team des Schnorrenberg-Vorgängers Peter Cestonaro verpasste seinerzeit dann mit 0:1 nach Verlängerung gegen den SC Verl (Regionalliga) den Einzug ins Endspiel. In den letzten drei Jahren ist Erndtebrück jeweils bereits in der zweiten Runde ausgeschieden, im Vorjahr mit 3:4 nach Elfmeterschießen beim Landesligisten SuS Bad Westerkotten.

Die Zusammensetzung des aktuellen Halbfinals wird ausgelost. Ein möglicher Gegner von Erndtebrück ist der Westfalenligist SpVg Olpe, der das Viertelfinale gegen seinen Klassenrivalen DJK TuS Hordel am 25. November austrägt. Die Vorschlussrunde soll nach Auskunft von Pokalspielleiter Klaus Overwien (Waltrop) voraussichtlich im April über die Bühne gehen. Das Endspiel ist für den 21. Mai (Pfingstmontag) vorgesehen.

Quelle fupa.net