Für den Fußballer Dominik Jordan vom TuS Erndtebrück ist die Hinrunde in der Regionalliga West bereits beendet. Der Rechtsverteidiger der Wittgensteiner ist am Tag nach dem Westfalenpokal-Viertelfinale gegen den Landesligisten RSV Meinerzhagen (2:0) für drei Spiele gesperrt worden, wie der Pokalspielleiter Klaus Overwien (Waltrop) gestern bestätigte: „Er hat nach einer Rangelei seinen Gegenspieler vor die Brust gestoßen.“ Also eine Tätlichkeit begangen.

Der 23-Jährige, der im Sommer von Nord-Regionalligisten FC Schönberg an den Pulverwald gekommen ist, fehlt Erndtebrück nun erstmals ausgerechnet im nächsten Kellerduell beim Bonner SC. Der Vorjahres-Neunte vom Rhein liegt als Viertletzter derzeit punktgleich mit Erndtebrück einen Rang vor dem Team von Florian Schnorrenberg. Beide haben fünf Zähler Rückstand auf den Erndtebrücker Mitaufsteiger FC Wegberg-Beeck (14.), der auf dem ersten Nicht-Abstiegs-Platz postiert ist.

„Die Rote Karte nagt schon“, sagt denn auch der TuS-Trainer. Jordan gehört schließlich zu den festen Korsett-Stangen seiner Mannschaft. Weil er eben bislang alle Spiele in dieser Saison von Anfang an gemacht hat, hatte Schnorrenberg den Verteidiger gegen Meinerzhagen zunächst geschont. Erst in der 64. Minute wurde Jordan eingewechselt; gerade 20 Minuten später war die Partie für ihn schon wieder vorbei.
Schnorrenberg muss seine Formation nun doch wieder auf einer Position mehr umstellen, als ihm lieb ist. Weshalb er hofft, dass Mannschaftskapitän Tim Treude, der im Westfalenpokal fehlte, nach Erkältung und muskulären Problemen wieder mitmachen kann.

Andererseits gibt Schnorrenberg mit Blick auf einen vorschnellen Einsatz von Treude zu Bedenken: „Wir haben danach noch sechs Spiele bis zu Winterpause.“ Bei Hedon Selishta und Mory Konate müsse er noch die Entwicklung bis Freitag abwarten, erklärte Erndtebrücks Fußballlehrer, ehe er über einen Einsatz befinden könne. Auf Jordans Position wird wohl Benjamin Kraft einspringen; zudem hat Schnorrenberg im Pokalspiel der eingewechselte Nino Saka gefallen.

Erndtebrück fährt mit dem Ziel, einen Zähler mit nach Hause zu bringen, nach Bonn. „Aber mit drei Punkten wären wir auch total einverstanden“, schmunzelt Schnorrenberg. Bonn sei derzeit in einer „kleinen Krise“, betont er. Sechs Spiele in Folge hat die Mannschaft von Trainer Daniel Zillken zuletzt verloren, am Montag bei RW Oberhausen (5.) mit 0:4. Den letzten Sieg feierten die Bonner am 4. Spieltag, zumindest ein Unentschieden erreichten sie Anfang September.

Erndtebrück hatte seine Sieglos-Serie mit sechs Niederlagen und lediglich einem Remis am vergangenen Samstag mit einem 3:1-Sieg gegen den 1. FC Köln U 23 (17.) beendet. Der zweite Saisonsieg der Wittgensteiner ist dann am Mittwoch nachträglich geadelt worden, als Köln den Tabellenvierten Wuppertaler SV mit 6:3 schlug. Schnorrenberg: „Da sieht man, wie unglaublich ausgeglichen die Liga ist.“
Im Bonner Team erwartet Schnorrenberg den Kapitän und mit vier Treffern erfolgreichsten Torschützen Dario Schumacher nach dessen Gelb-Sperre wieder zurück in der Mannschaft. Und der TuS-Trainer warnt vor dem BSC: „Die haben viel Personal verloren, aber immer noch viel Qualität im Kader.“

Unterdessen ist die für diese Woche geplante Operation bei Ilyass Mirroche am gerissenen Innenmeniskus wegen einer Mandelentzündung verschoben worden. „Wir hatten gehofft, dass er bis Weihnachten wieder dabei ist“, erklärt Florian Schorrenberg, „das ist jetzt vielleicht hinfällig.“

Quelle fupa.net