Auf die 0:3-Niederlage im Vorwochen-Kellerduell beim Bonner SC (15.) folgte die nächste Hiobsbotschaft beim Fußball-Regionalligisten TuS Erndtebrück (17.). Für das vorletzte Hinrundenspiel am Samstag (14 Uhr) gegen RW Essen (12.) steht der Einsatz von Tim Treude auf der Kippe. Der Mannschaftskapitän habe sich im Training verletzt, sagte Florian Schnorrenberg. Niklas Zeller sei auf den Ball getreten und dann unglücklich in Treudes Knie gerutscht, erklärte Erndtebrücks Trainer. Schnorrenbergs Befürchtung: „Tim wird wohl ausfallen.“

Sollte Treude tatsächlich nicht mitmachen können, wäre das für den Aufsteiger vom Pulverwald besonders bitter. Denn dann wäre die komplette Defensiv-Zentrale im Mittelfeld außer Gefecht. Ohnehin fällt Mory Konate bekanntlich wegen einer Adduktoren-Verletzung noch länger aus. Zudem brummt der Rechtsverteidiger Dominik Jordan nach seiner Roten Karte aus dem Westfalenpokalspiel gegen den RSV Meinerzhagen (2:0) eine Drei-Spiele-Sperre ab. Immerhin: Mehmedalija Covic hat nach seiner Verletzung bei einem Rettungsversuch in Bonn bereits wieder mittrainiert. Er hatte in der Pause in der Kabine signalisiert, nicht weitermachen zu können.

Wie gewonnen, so zerronnen: Das gilt derzeit beim TuS Erndtebrück. Auf den wichtigen 3:1-Sieg im vorletzten Spiel gegen das damalige „Schlusslicht“ 1. FC Köln U-23 („Haben uns das Erfolgserlebnis hart erarbeitet“) und den Einzug ins Westfalenpokal-Halbfinale folgte die Pleite in Bonn. Die war umso ärgerlicher, weil inzwischen Köln seit der Niederlage am Pulverwald mit zwei Siegen binnen vier Tagen die Wittgensteiner überholt und auf den vorletzten Platz verdrängt haben.

Drei Fehler hatten in Bonn zu den drei Toren geführt, ein ungenauer Pass zwischen Gunnar Niemann und Covic, ein Ballverlust von Treude und ein Eigentor von Marco Rente. Dennoch sagt Schnorrenberg: „Ich werde die Grundformation nicht verändern.“ Schließlich sind Möglichkeiten zu handeln, wegen der aktuellen Ausfälle nicht wirklich gegeben. Zudem weiß Schnorrenberg: „Wenn man unsere Spiele analysiert, sieht man, dass die Tabelle leider nicht lügt.“

Ganz anders bei Essen: Die „Rot-Weißen“ haben Anfang Oktober auf den Absturz ins untere Tabellendrittel reagiert und sich von Ex-Profi Sven Demandt als Trainer getrennt.

Unter Argirios Giannikis, Fußball-Lehrer wie Schnorrenberg, nur ein Jahr früher, gemeinsam mit Julian Nagelsmann (TSG Hoffenheim) und Alexander Nouri (unlängst bei Werder Bremen entlassen), hat der Club offenbar in die Erfolgsspur zurück gefunden, gewann seither bei Alemannia Aachen (8.) nach Rückstand mit 2:1, kam am vergangenen Samstag gegen RW Oberhausen (5.) zu einem 1:1 und setzte sich zudem im Niederrheinpokal-Achtelfinale beim Stadtrivalen ETB SW Essen mit 2:0 durch.
In Erndtebrück muss Giannikis auf Torjäger Marcel Platzek (8 Treffer/5. der Torschützenliste) und auf Kai Pröger verzichten. Beide sind nach der jeweils fünften Gelben Karte gesperrt. Schnorrenberg warnt dennoch vor dem Team von der Hafenstraße, sprach von weiterhin „hohem Niveau“ und nannte zum Beleg die Namen von David Jansen, Kamil Bednarski („Ein überragender Spieler“) und Fidele Roussel Ngankam Hontcheu.

Schnorrenberg möchte die Vorfreude auf ein besonderes Spiel nun in Motivation für seine Mannschaft ummünzen: „Essen ist kein normaler Regionalligist.“ Und: Das letzte Aufeinandertreffen gegen den Traditionsclub aus dem Herzen des Ruhrgebiet hat Erndtebrück gewonnen. Mit 1:0 am Ende der ersten Regionalliga-Saison, als sich im Frühjahr 2016 der Abstieg des TuS schon längst abgezeichnet hatte. Das war damals zudem im Leimbachstadion in Siegen, weshalb sich Schnorrenberg nun freut: „Es ist richtig gut, Essen zu empfangen - gerade zu Hause in Erndtebrück.“

Quelle fupa.net