Na also, geht doch! Im letzten Spiel der Hinrunde verabschiedete sich Aufsteiger TuS Erndtebrück mit einem verdienten 3:2-Auswärtssieg beim Niederrhein-Mitaufsteiger FC Wegberg-Beeck hoffnungsvoll in die Rückserie, die für das Schnorrenberg-Team am nächsten Wochenende schon in Wattenscheid beginnt. Zwar steht man mit jetzt 14 Punkten immer noch auf einem Abstiegsplatz, aber der mutige, couragierte Auftritt der vom Verletzungspech so arg gebeutelten Truppe aus dem Wittgensteiner Land machte Appetit auf mehr.

Mit dem letzten Aufgebot angereist und dann auch noch um den vorletzten Innenverteidiger beraubt - trotzdem trumpfte der Gast aus Wittgenstein in der 1. Halbzeit auf wie ein Spitzenteam, drängte den niederrheinischen Mitaufsteiger mit schnellem Kombinationsfußball total in die Defensive und belohnte sich in diesen völlig überraschenden ersten 45 Minuten auch noch mit den zuletzt so seltenen Torerfolgen. Am abend, bevor am Nieder-, Ober- und Mittelrhein die närrische Zeit ausgerufen wird, tanzte im Waldstadion vor allem einer den „Zirkus Valentini“, nämlich der für den verletzt ausfallenden Xhuljo Tabaku ins Team gerückte Stefan Valentini. Doch der Reihe nach.

Der hochmotivierte Valentini hatte bereits in der 5. Minute nach einer Kadiata-Flanke die große Kopfball-Chance zur Führung, zielte aber mit seinem Aufsetzer einen Meter am Kasten vorbei. Besser machten es die Hausherren, die nach einem Ballverlust Kadiatas an der Mittellinie schnell nach vorne spielten, so dass Sahin Dagistan nach einer flachen Hereingabe am Torraum herein spritzte und das 1:0 markierte.
Aber unerklärlich: Wegberg-Beeck, bei dem ein einziger Spieler fast so viele Tore schoss, wie der TuS insgesamt, zog sich tief zurück und überließ jegliche Initiative den Gästen.

Und die bedankten sich! Standen sich zunächste bei zwei SAchüssen TuS-Angreifer noch selbst im Weg, so kombinierten sich Valentini und Selishta mit blitzsauberem Doppelpass fast an den Strafraum, Valetini zog ab, und der erst wenige Minuten vor Spielbeginn für den verletzten Stammkeeper Zabel ins Tor gerückte Gäste-TorwartStefan Nöhles patzte bei dem Aufsetzer - 1:1 in der 23. Minute. Das war aber noch nichts gegen das 2:1 in der 44. Minute: Sakas Hereingabe lenkte Erndtebrücks neuer Angreifer sensationell mit der Hacke volley aus der Luft ins Netzt. Das war „Zirkus Valentini“ pur! Saka war erst eine Minute zuvor für Gunnar Niemann, der sich im gegnerischen Strafraum am Oberschenkel verletzt hatte. Dafür rückte Marco Rente in die Innenverteidigung.

Großes Glück hatten die Schnorrenberg-Schützlinge dann in der 52. Minute, als Marius Müller im 1:1 gegen Keeper Timo Bäcker den Pfosten des Tores anvisierte. Es war nun ein gänzlich anderes Spiel: „Rot“ spielte offensiver, „Blau“ konterte mit hohem Tempo. Gegen Nino Saka wehrte der Keeper noch zweimal in höchster Not ab, dann aber schnappte sich Hedon Selishta einen zu kurz abgewehrten Ball und zentrierte ihn an den linken Innenpfosten - 3:1. Aber so groß die Jubeltraube über dieses TuS-Tor auch war - zwei Minuten später waren die Niederrhein-Kicker wieder dran, als Thomas Lambertz vom Strafraum aus flach ins Eck auf 2:3 verkürzte.

Nun wurde es ein „Abnutzungskampf“ mit vielen verletzungsbedingten Unterbrechungen und prickelnden Torszenen. Cedric Heller hatte in der 82. Minute das 4:2 auf dem Fuß, verzog aber und schied wenig später auch noch verletzt aus (Nishiya kam). So blieb es extrem spannend, weil die Heimelf alles nach vorn warf. Aber die Konterchance hatte Selishta in der 88. Minute: er traf volley an die Latte!

Quelle fupa.net