Wenn wir das 2:0 machen, kommt auch eine Mannschaft wie RW Oberhausen nicht mehr ins Spiel zurück“, ist Florian Schnorrenberg überzeugt, in der 72. Minute am Pulverwald die entscheidende Szene der Regionalliga-Partie gesehen zu haben. Als Mehmedalija Covic nämlich einen den gefährlichen Eckbälle von Ilyass Mirroche an die Querlatte busgierte statt in die Maschen, das 2:0 eben nicht machte, schüttelten sich die Gäste vom Niederrhein mal eben ein bisschen und drehen in den drei folgenden Minuten die Partie.

Der TuS Erndtebrück liegt plötzlich nach den Treffern des eingewechselten Philipp Gödde (73.) und Yassin Ben Balla (76.) mit 1:2 hinten und sind genau da angekommen, wo sie eigentlich kaum jemand unter den 386 Zuschauern während der voraus gegangenen Minuten gesehen hatte. Auch die 100 Fans der Oberhausener Kleeblätter nicht, die sich so gut wie gar nicht bemerkbar gemacht hatten und erst nach den beiden Treffern wach wurden. Am Ende bejubelten sie noch den Treffer zum 3:1-Endstand durch ihren Torjäger Tarik Kurt.

Der TuS hatte sich nach dem 1:0 aus der 30. Minute, das quasi deckungsgleich mit der später vergebenen Chance zum 2:0 zustande gekommen war, mehr als ordentlich aus der Affäre gezogen. „Wenn wir endlich mal mit kompletter Kapelle auflaufen könnten“, träumt Trainer Schnorrenberg von besseren Zeiten und deutet an, dass auch in dieser Partie wieder viel improvisiert werden musste. So fiel mit einer Blessur aus dem Abschluss-Training auch noch Hedon Selishta aus und gesellte sich auf die ellenlange Verletztenliste. Schnorrenberg hatte es mit Yuki Nishiya versucht („Weil er einer der Ballsichersten ist...“), der wirklich viel Wirbel zwischen den baumlangen RWO-Innenverteidigern Kai Nakowitsch und Felix Haas sorgte, für Kopfbälle mit gefühlter 1,20 Meter Körpergröße natürlich nicht in Frage kam. Dafür war dann eben Covic zuständig, der in den beiden Situationen fast zum alle entscheidenden Mann dieser Partie geworden wäre.

In der Defensive arbeiteten die Erndtebrücker bis zum RWO-Ausgleich vorbildlich. Als der Druck der Gäste dann stärker wurde, schlichen sich – auf kräftemäßig bedingt – Unkonzentriertheiten ein. „Das hat Oberhausen dann aber auch gut gemacht“, spricht Florian Schnorrenberg die Qualität des auf Rang drei vorgerückten Teams seines Kollegen Mike Terranova an.

Quelle fupa.net