Am heutigen Mittwochabend steigt das erste Halbfinale im Westfalenpokal - und in Lotte treffen sich zwei gute Bekannte. Ein Spiel unter besonderen Umständen...

Das Los wollte es so und überhaupt: Die Fußballwelt ist klein. Wenn am Mittwochabend am Lotter Kreuz das erste Halbfinalspiel im Westfalenpokal über die Bühne geht (westline wird berichten), dann ist das ein Spiel mit Geschichten drumherum.

Schließlich kennen sich beide Trainer bestens: Florian Schnorrenberg, seit 2009 Trainer des TuS Erndtebrück, machte 2017 gemeinsam mit Lottes Trainer Andreas Golombek den Fußballlehrer. Zimmernachbarn waren sie sogar. Okay, zum damaligen Zeitpunkt war Golombek noch Trainer beim SC Verl und Erndtebrück kämpfte noch um den späteren Aufstieg. aber so ist das eben. Pikantes Detail: Auch Ismael Atalan gehörte zum Fußballlehrer-Kurs und eben jener Atalan war im Frühjahr 2017 noch Trainer in Lotte. Mit den Sportfreunden hatte Atalan eine Wahnsinnssaison im Pokal gespielt.

Bis ins Viertelfinale hatte es Lotte im März 2017 geschafft, die Fußballlehrer-Urkunde bekam Atalan eine Woche nach dem 0:3 gegen Borussia Dortmund. In Lotte und für Atalan und Golombek ging es anschließend etwas hin und her. Golombek wurde beim abstiegsgefährdeten SC Verl wenige Wochen später gefeuert (nachdem er seinen Abschied zum Saisonende bereits angekündigt hatte), Atalans Laufbahn wurde kurzzeitig zur Achterbahn (raus aus Lotte, hin zum VfL Bochum, dort raus...).

Nur Florian Schnorrenberg blieb in diesem Fußball-Durcheinander die Konstante. Er war und blieb Trainer in Erndtebrück - obschon er selbst im Sommer auch mal kurzzeitig als Kandidat auf den Trainerposten in Lotte war. Ehe die sich für Oscar Corrochano entschieden, mit ihm aber nicht glücklich wurden. Wie gesagt: Es ist eine kleine Welt.

Wie auch Atalan und Golombek hat auch Schnorrenberg selbst seine Ambitionen erklärt, im Profibereich Fuß zu fassen. "Es ist doch klar, dass ich den Fußballlehrer nicht absolviert hätte, wenn ich keine größeren Ziele hätte und nicht einmal im professionellen Bereich arbeiten wollte", formulierte er im vergangenen Sommer gegenüber der "Westfalenpost".

Coup erhofft

Ein Coup beim Favoriten SF Lotte wäre sicher schon mal ein Ausrufezeichen. Dass der TuS Erndtebrück wahnsinnig glücklich mit dem Los gewesen wäre, kann man nicht sagen. Auf dem Papier ist es ja ein undankbares Los. Aber das würde dann auch für die SpVg Olpe gelten, die eine Woche später im zweiten Halbfinale beim Drittliga-Spitzenreiter Paderborn gefordert ist...

So oder so: Aussuchen kann man sich das Los ohnehin nicht. Und das Halbfinale im Westfalenpokal ist auch nicht mehr die Vorrunde. Ein Schritt noch und das Finale lockt. Das wird am Mittwochabend für Extramotivation sorgen. Gibt es eine Neuauflage des Finals 2017? Wieder Paderborn gegen Lotte, wieder zwei Favoritensiege? Zu verlieren hat der TuS nichts, nur zu gewinnen.

Erndtebrück wird sich noch gut erinnern können. Zwar war das Team im Westfalenpokal ausgeschieden, gewann aber das Qualifikationsspiel in Wattenscheid und zog so doch noch in den DFB-Pokal ein. Dort war das Schnorrenberg-Team gegen den jetzigen Halbfinalisten Eintracht Frankfurt ausgeschieden (0:3), aber eine Riesenparty vor über 13.000 Zuschauern war es in jedem Fall. Für eine Wiederholung wäre Erndtebrück sicher zu haben. Dafür müsste aber am Mittwochabend ein Sieg bei den Sportfreunden her...

Dass solche Überraschungen möglich sind, bewies ja gerade erst am Vorabend der SV Drochtersen/Assel, der als Regionalligist den favorisierten VfL Osnabrück im niedersächsischen Landespokal aus dem Wettbewerb kegelte.

Quelle westline.de