Raus aus dem Feiertags-Modus, rein in den Alltags-Rhythmus. Vor dieser Herausforderung steht der TuS Erndtebrück, wenn er morgen (14 Uhr) in der Regionalliga West am 29. Spieltag beim Wuppertaler SV (7.) gastiert. Der 2:1-Coup im Halbfinale des Westfalenpokals beim Drittligisten Sportfreunde Lotte war gestern, ab sofort ist wieder Abstiegskampf beim Ranglisten-Vorletzten vom Pulverwald.

Florian Schnorrenberg sieht den emotionalen Wechsel zurück in das Liga-Geschehen für sein Team „realistisch, aber positiv“. Der Erfolg vom Mittwoch, durch den die Wittgensteiner beste Chancen haben, erneut im DFB-Pokal mitzuspielen, sei „ein Erlebnis für die Jungs“ gewesen. Daran, gegen einen Profi-Club gewonnen zu haben, würden sich seine Spieler womöglich während ihrer ganzem Karriere erinnern. Das Spiel in Lotte „sollte uns beflügeln“, betont denn auch der Fußballlehrer, „wir müssen jetzt aber bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“.

Schon im Nachholspiel bei Alemannia Aachen (3.) stellte Schnorrenberg einen Fortschritt fest, selbst wenn die Partie auf dem „Tivoli“ am Ende doch mit 0:2 verloren ging. Es folgten am Karsamstag der 2:0-Sieg gegen Borussia Dortmund 2. (5.) und jetzt eben der Einzug in das Endspiel des Westfalenpokals gegen den Drittliga-Spitzenreiter SC Paderborn oder den Westfalenligisten SpVg Olpe. Nun steht Erndtebrück im Abstiegskampf vor einer „Hammerwoche“, wie Schnorrenberg betont, mit den Partien in Wuppertal, gegen Titelverteidiger Viktoria Köln (2.) und gegen Spitzenreiter KFC Uerdingen.

Weshalb der TuS-Trainer hofft, dass seine Spieler heute zum ersten Training nach dem Pokal-Erfolg „mit nicht zu vielen Problemen“ erscheinen. Mory Konate, Admir Terzic und Tim Treude hätten bei dem Auftritt auf dem tiefen Rasen in Lotte bereits Schwierigkeiten signalisiert. Gestern war zunächst Erholung in Eigenregie angesagt beim TuS.

Kapitän Treude ist wieder zurück. Und mit ihm „haben wir andere Qualitäten im Spiel“ als zuvor. Das spürten auch seine Mitspieler, erklärt Schnorrenberg: „Er hat uns in Lotte sehr geholfen, er hat Gefühl und Instinkt für Räume.“ Schnorrenberg will Treude aber weiterhin vorsichtig aufbauen. Da ist der Trainer froh, dass er inzwischen die neuformierte Hintermannschaft „konstant besetzen“ kann mit Torwart Niklas Jakusch, der Viererkette und den beiden „Sechsern“. In der Innenverteidigung haben Marco Rente als Vertreter des verletzten Mehmedalija Covic (Achillessehnen-Riss) und Admir Terzic zueinander gefunden.

Wuppertal erwartet Schnorrenberg nun als Mannschaft mit einer anderen Spielweise als im Hinspiel. Seit Februar lenkt der vormalige U-19-Trainer Christian Britscho die Geschicke im Stadion am Zoo. „Er hat das Spiel verändert“, sagt Schnorrenberg. Die letzten vier Spiele gingen allerdings nur Unentschieden aus. Zuletzt, beim 1:1 bei RW Oberhausen (6.), habe die Mannschaft um den zwölffachen Torschützen Christopher Kramer jedoch in der ersten Halbzeit „sehr dominant“ aufgespielt, analysierte Schnorrenberg.
Er hofft indes auf einen Überraschungs-Effekt beim Wiedersehen in Wuppertal. Das Hinspiel ging mit 0:4 sang- und klanglos verloren, eingeleitet durch einen Kramer-Doppelschlag. „Da haben wir uns nicht von der besten Seite gezeigt“, erinnert sich der Erndtebrücker Übungsleiter, „die wissen nicht, dass wir gut kicken können.“

Quelle fupa.net