Florian Schnorrenberg hört beim bisherigen Fußball-Regionalligisten TuS Erndtebrück auf. Das machte der Trainer heute öffentlich. Das Team vom Pulverwald hatte seine nach der Spielzeit 2015/16 zweite Saison in der Regionalliga West unlängst wieder als Absteiger beendet.

Einen Nachfolger für den Fußballlehrer gibt es in Erndtebrück aktuell noch nicht. Der Club sei in Gesprächen, sagte Schnorrenberg: „In der nächsten Woche soll der neue Trainer feststehen.“ Auch wer Schnorrenbergs Nachfolge als Sportlicher Leiter antreten wird, steht beim künftigen Oberligisten noch nicht fest. Der 41-jährige Schnorrenberg war am Pulverwald Trainer und Sportlicher Leiter in Personalunion. „Florian Schnorrenberg hat diese Aufgabe ja schon weitgehend gelöst“, sagte der Abteilungsleiter Dirk Beitzel, „einen neuen Sportlichen Leiter brauchen wir für ein Jahr nicht unbedingt zu nominieren.“

Mit dem neuerlichen Abstieg habe sein Abschied nichts zu tun, betonte Schnorrenberg: „Ich bin brutal ehrgeizig und habe gemerkt, dass ich in Erndtebrück das Maximale erreicht habe.“ Es wäre für ihn „nicht richtig gewesen, in die Oberliga zu gehen“ und weiter zu machen: „Ich hätte auch aufgehört, wenn wir drin geblieben wären.“ Schnorrenberg hatte seinen Vertrag mit dem TuS im letzten Jahr bis 2019 verlängert. Er steigt jetzt vorzeitig aus dieser Vereinbarung aus. Die Entscheidung sei länger gereift. Erstmals habe er seinen Schritt nach dem Sieg im Westfalenpokal-Halbfinale bei den Sportfr. Lotte gegenüber Beitzel angedeutet.

Einen neuen Verein hat Schnorrenberg indes noch nicht in der Hinterhand. Bisher habe er andere Jobs „nicht um jeden Preis“ annehmen wollen, sagte er. Deshalb werde er zunächst eine Pause machen und in dieser Zeit bei Trainerkollegen hospitieren: „Ich weiß nicht, wie lange die Pause dauern wird.“ Er habe allerdings mit seiner Familie besprochen, künftig „flexibler bei einer guten Sache“ sein zu können. Und auch seine Vorgabe, nur im Umkreis von 100 Kilometern von seinem Wohnort Brachbach über Trainerjobs nachzudenken, sei aufgeweicht. „Ich möchte unter professionellen Bedingungen arbeiten“, erklärte Schnorrenberg, „mit Training auf Rasen und einer sportlichen Perspektive.“

Zu Beginn der vergangenen Saison war Schnorrenberg als Trainer-Kandidat beim Drittligisten Sportfr. Lotte im Gespräch, nachdem Ismail Atalan zum VfL Bochum gewechselt war. Schnorrenberg und Atalan hatten zehn Monate lang an der Hennes-Weisweiler-Akademie in Hennef gemeinsam die Fußballlehrer-Ausbildung absolviert.

Schnorrenberg war 2005 als Spieler an den Pulverwald gekommen. Seine Bilanz in acht Trainer-Jahren in Erndtebrück: zwei Aufstiege in die Regionalliga West, zwei Meistertitel in der Oberliga Westfalen, zwei Aufstiege mit der 2. Mannschaft, ein 5. Platz in der Oberliga, dreimal den DFB-Pokal erreicht, am Pfingstmontag das Westfalenpokal-Endspiel gegen den Zweitliga-Aufsteiger SC Paderborn, aber auch zwei Abstiege aus der Regionalliga.

Seinem baldigen Weggang zum Trotz hat Schnorrenberg in den letzten Tagen bereits den künftigen Kader des TuS Erndtebrück zusammen gestellt: „Ich wollte eine gute Übergabe an meinen Nachfolger machen. Ich hätte mich nicht wohl gefühlt, wenn nur fünf Spieler da gewesen wären.“ So gab es neulich ein Probetraining mit elf Testspielern. Erndtebrück hat von diesen Kandidaten aber nur den Japaner Tatsuya Yamazaki und den Koreaner Yong Myung Oh (beide von Hilal Maroc Bergheim) verpflichtet. Sie gehören zu aktuell insgesamt acht Neuzugängen. Fünf Spieler waren bekanntlich aus dem Regionalliga-Team in Erndtebrück geblieben. Auch Xhuljo Tabaku und Nino Saka haben jetzt ihre Verträge bis 2019 verlängert. Schnorrenberg: „Erndtebrück wird ein attraktiver Oberligist, der auch im DFB-Pokal spielt.“ Die neue Mannschaft könnte nun „beweisen, dass man es in Erndtebrück besser machen kann.“