Nach dem erneuten Abstieg aus der Regionalliga in die Oberliga Westfalen durfte der TuS Erndtebrück im letzten Pflichtspiel der Saison 2017/18 noch einmal ein echtes Highlight erleben: Vor heimischer Kulisse ging es gegen einen Zweitliga-Aufsteiger. Im Endspiel des Krombacher Westfalenpokals empfingen die Wittgensteiner den künftigen Zweitligisten SC Paderborn im Pulverwald-Stadion – live übertragen in der ARD am großen „Finaltag der Amateure“.

Für den großen Coup reichte es am Ende nicht, mit einer 2:4 (0:4) -Niederlage aber zogen sich die Wittgensteiner ordentlich aus der Affäre und bereiteten ihrem scheidenden Trainer Florian Schnorrenberg einen würdigen Abschied. Der 41-jährige Fußball-Lehrer verlässt die Edergemeinde nach acht Jahren, zwei Regionalliga-Aufstiegen sowie zwei DFB-Pokal-Teilnahmen. Er zeigte sich nach seinem letzten Auftritt in Erndtebrück zufrieden mit dem Spiel seines Teams: „Ich kann meiner Mannschaft schon in der ersten Halbzeit gar keinen Vorwurf machen. Dass Paderborn bei der Qualität alles einen Tick besser kann als wir, ist gar nicht schlimm, sondern normal. Dieses Tempo im letzten Drittel war schon sehr beeindruckend.“

Dass man durch den Halbfinal-Sieg in Lotte den Verein in dieses Finale und zum dritten Mal in den DFB-Pokal bringen konnte, sei schon etwas ganz Besonderes, erklärte Schnorrenberg. Für Rekord- Pokalsieger SC Paderborn war es unterdessen bereits der neunte Landespokal-Sieg. Die Elf von Trainer Steffen Baumgart krönte eine famose Drittliga-Saison, die hinter dem SC Magdeburg auf Rang zwei endete, mit zumindest einem Titel.

„Es ist für uns schön, in dieser Saison wenigstens einen Titel geholt zu haben“, freute sich der aus Alchen stammende SCP-Torjäger Sven Michel im Gespräch mit FuPa Südwestfalen. „In der zweiten Halbzeit haben wir leider ein, zwei Gänge zurückgeschaltet, sind aber definitiv verdient als Sieger vom Platz gegangen“, so Michel, der nach einer starken ersten Halbzeit samt Treffer zum Seitenwechsel ausgetauscht worden war.

„Auch wenn Erndtebrück in der zweiten Halbzeit noch einmal herangekommen ist, hat meine Mannschaft heute über 90 Minuten ein gutes Spiel gemacht. Gerade in der ersten Hälfte haben wir vorne sehr konsequent agiert“, resümierte Paderborns Aufstiegs-Trainer Steffen Baumgart.

Die Begegnung hatte vor 978 Zuschauern ganz nach dem Geschmack des Favoriten aus Paderborn begonnen. Schon in der vierten Spielminute brachte Ben Zolinksi die Gäste in Führung. Zehn Minuten später dann die Erndtebrücker mit ihrer besten Möglichkeit der ersten 45 Minuten: Nach einem Eckstoß herrschte Durcheinander im Paderborner Strafraum, Valentini tauchte frei vor SCP-Keeper Michael Ratajcak auf, stand jedoch im Abseits (14.). So erhöhte der frisch und temporeich aufspielende Michel nach einer halben Stunde auf 0:2 (30.), Philipp Klement (35.) sowie Leon Fesser nach einem Freistoß erzielten die Treffer zum 0:4- Halbzeitstand – der SC Paderborn agierte enorm effektiv.

Zur Pause ging Michel dann vom Platz und Paderborn schaltete ein, zwei Gänge zurück. Der Aufsteiger zeigte sich nach vorne nicht mehr ganz so zielstrebig und treffsicher wie noch vor dem Seitenwechsel. Erndtebrücks Offensiv-Akteure Stefan Valentini und Jan-Patrick Kadiata verpassten eine Hereingabe von Nino Saka (49.), bevor Daniel Svab sechs Minuten später das 1:4 aus Sicht der Gastgeber machte (54.). Tim Treude hatte einen Eckball abgefangen und Saka auf die Reise geschickt. Dieser brachte die Kugel hinein ins Zentrum, wo Valentini auf Svab weiterleitete, welcher nur noch einschieben musste. Und nachdem Paderborns Geurts einen Schuss über das Erndtebrücker Gehäuse gejagt hatte (83.), brachte der in dieser Saison lange Zeit verletzte und erst kurz zuvor eingewechselte Dominik Jordan das Leder noch zum 2:4 im Tor des Sport-Clubs unter (85.). Erndtebrück präsentierte sich zum Abschluss auf der großen Bühne nochmal ordentlich – „ein 2:4 liest sich gut“, fand beispielsweise auch Verteidiger Till Hilchenbach nach dem Abpfiff.

Florian Schnorrenberg blickte in seiner letzten Pressekonferenz im Pulverwald dann auf „acht lange Jahre“ zurück. „Mit Sicherheit haben wir große Erfolge gehabt. Ich bin sehr dankbar, dabei gewesen zu sein und der Meinung, das Maximale erreicht zu haben. Ich würde mich aber sehr freuen, wenn mich die Jungs vom Gegenteil überzeugen und noch einen draufsetzen – am besten mit einem erfolgreichen Spiel im DFB-Pokal oder der Rückkehr in die Regionalliga“, so die Abschiedsworte des Erndtebrücker Linienchefs.

Quelle fupa.net