Eine Woche vor dem Start der Oberliga-Saison verpatzte der TuS Erndtebrück die Generalprobe gegen den Liga-Rivalen ASC Dortmund und besiegelte gleichzeitig das frühe Aus im Krombacher-Westfalenpokal. Das Team von Trainer Ivan Markow kassierte eine 1:4 (1:0)-Niederlage auf dem Kunstrasenplatz an der Schweizer Allee im Stadtteil Aplerbeck. Der Start in die Pflichtspiel-Saison 2018/2019 wurde den Wittgensteinern also gründlich versalzen.

Als „dramatisch“ will Coach Markow die Niederlage und die dadurch entstandene Situation indes nicht werten, auch nicht als „Schuss vor den Bug“, aber natürlich habe er die nächste Runde erreichen wollen. Immerhin hatte dem TuS gerade in den vergangenen Jahren dieser Wettbewerb so manchen Höhepunkt verschafft. Nun ist der letztjährige Finalist draußen. „Wir mussten erleben, wie Standardsituationen ein Spiel beeinflussen“, so Markow zur Anfangsphase der zweiten Halbzeit, als sich sein Team nach starker erster Hälfte „und“ – so der Coach – „hochverdienter 1:0-Führüng“, die Butter wieder vom Pokalbrot nehmen ließ. „Wir haben 45 Minuten die Partie bestimmt“, lobt Markow den Auftritt seines Teams.

Abgeklärt, mit Zug nach vorn. Erndtebrücker Ballsicherheit ließ den knapp am Regionalliga-Aufstieg gescheiterten ASC nicht zum Zuge kommen. Einziges Manko: Es fiel „nur dieses eine Tor zur Pausenführung durch vom eingewechselten Lukas Rösch in der 37. Minute verwandelten und an ihm selbst verursachten Foulelfmeter. „Wenn wir hier mit einem 2:0 oder gar 3:0 in die Pause gehen, hätte sich kein Dortmunder beklagen dürfen.“

Frühes Pech hatten die Erndtebrücker zudem in Sachen Personal. Schon im ersten Durchgang musste Markow binnen vier Minuten zwei Mal verletzungsbedingt wechseln. Zunächst erwischte es Innenverteidiger Admir Terzic, der bei einem Zusammenprall eine Gehirnerschütterung erlitt (24.), dann musste Xhuljo Tabaku, dessen leidige Oberschenkelprobleme sich erneut bemerkbar machten, vom Feld (28.).

Doch waren dies gewiss nicht die Gründe, warum die Erndtebrücker nach zwei „ruhenden Bällen“ im zweiten Durchgangs offenbar überall waren, aber nicht auf dem Platz. In der 51. und 67. Minute bereitete Kapitän Kevin Brümmer mit zwei Freistößen die Wende vor. Beim 1:1 durch Lars Warschewski wurde dessen Schuss von der Strafraumgrenze im vielbeinig besetzten Strafraum unhaltbar für Torhüter Paul Schünemann abgefälscht, 16 Minuten später es Schünemann, der den aufs Tor gezogenen Freistoß nur vor die Füße von ASC-Innenverteidiger Maurice Buckesfeld abklatschen konnte, der keine Mühe hatte, seine Farben in Führung zu bringen.

Der TuS schüttelte sich und setzte alles daran, den Ausgleich zu erzielen. Die Einwechslung des offensiveren Taira Tumita für seinen Landsmann Tatsuya Yamazaki brachte jedoch nicht die erhoffte Wirkung. Im Gegenteil: Zwei Minuten, nachdem Tumita den Platz betreten hatte, setzte Maximilian Podehl den Startpunkt seines Doppelpacks (74.), den er nur drei Minuten später mit dem 4:1 vollendete. „Da hatten wir jeweils nur den Ball im Blick, aber nicht den Gegenspieler“, hadert Ivan Markow. Der Pokalzug für die Wittgensteiner war abgefahren. Den Hamburger SV im Blick, das Oberliga-Derby bei den Sportfreunden vor der Brust – auf den TuS warten noch genügend Highlights, um diesen ersten Frust aus den Trikots zu spielen.

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