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Es war sicherlich keine leichte Woche für den TuS Erndtebrück. Und da sei die erste Heimniederlage gegen Spitzenreiter Arminia Bielefeld II einmal ausgeklammert. Der überraschende Tod der Erndtebrücker Legende Heinz Haarmann überschattete in dieser Woche beim TuS alles und ließ auch keinen normalen Trainingsbetrieb zu.

"Die Jungs haben gut trainiert, aber die Stimmung war schon etwas gedrückt. Gerade die Spieler, die Heinz länger kannten, waren natürlich geschockt. Am Sonntag (14.30 Uhr) wird es ein komisches Gefühl sein, wenn vorne links im Bus der Platz frei bleibt", schilderte Erndtebrücks Trainer Florian Schnorrenberg die Gefühlslage beim heimischen Oberligisten.

Doch ungeachtet dessen müssen die Wittgensteiner beim TuS Ennepetal antreten. Nach der ersten Heimniederlage, die Schnorrenberg am Freitag nach dem Training in einer intensiven Videoanalyse mit seinen Spielern aufarbeitete, zeigte der Brachbacher seinen Akteuren noch einmal im Bild, woran es derzeit beim TuS mangelt - nämlich an eklatanten Fehlern im Spielaufbau und der nötigen Ballsicherheit. "Wenn wir die Bälle erobern, sind sie danach viel zu schnell wieder weg. Wir müssen ruhiger im Spielaufbau sein und das Leder einfach mal in den eigenen Reihen zirkulieren lassen", so der 36-jährige A-Lizenz-Inhaber.

Doch dass das Spiel in Ennepetal kein einfaches werden wird, darauf wies der Übungsleiter bereits hin: "Die Offensive mit Abdulah El Youbari, Dimitrios Ropkas, Evangelos Skraparas und Markus Scherff ist richtig gut besetzt. Das haben sie nicht zuletzt bei ihrem 4:0-Sieg in Hamm bewiesen."

Bezogen auf die eigene Elf hielt sich der Übungsleiter noch bedeckt. "Ich denke über ein bis zwei Positionen noch nach und bin mir noch nicht ganz schlüssig", ließ Schnorrenberg verlauten und denkt wohl über einen Einsatz von Partik Flender nach, der nach seiner Rotsperre wieder zur Verfügung steht. Nicht zur Verfügung stehen indes Jannik von der Heiden, der verletzt passen muss. Ivan Markow trainierte zwar wieder, aber ein Einsatz wäre noch zu früh. Torben Schneider beorderte Schnorrenberg in die Reserve, um dort Spielpraxis zu sammeln.

"Unsere Heimserie ist gegen Bielefeld gerissen, daher ist es Zeit, eine Auswärtsserie zu starten", gab sich der Coach vor der Partie in Ennepetal abschließend kampfeslustig.

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Seit dem zweiten Spieltag führt die Reserve-Mannschaft vom TuS Erndtebrück die Tabelle in der Fußball-Landesliga an. Nach dem Auswärtssieg in Hüsten konnte der Spitzenreiter seinen Vorsprung zudem ausbauen. Für die Mannschaft von Trainer Michael Müller zählt im Heimspiel gegen den Vorletzten SSV Meschede (Sonntag, 14.30 Uhr) nur ein Sieg. „Wenn wir eine ähnliche Leistung wie gegen Siegen und in Hüsten abrufen, wird das gelingen“, ist der Coach der Wittgensteiner derzeit zufrieden mit dem Auftreten seiner Truppe.

Defensiv stabil und im Angriff zunehmend verbessert – so präsentierten sich die Erndtebrücker in den letzten beiden Wochen. „Wir könnten im Abschluss noch konsequenter sein. Aber eine Steigerung ist erkennbar“, analyisierte Müller. Mit der erfolgreichen Taktik möchte man auch gegen Meschede zum Erfolg kommen.

Doch zu unterschätzen seien die Sauerländer nicht. „Meschede ist eigentlich spielstark, hat zuletzt wenig Erfolg vor dem gegnerischen Tor gehabt“, bewertet Müller den kommenden Gegner und hofft, dass beim SSV nicht ausgerechnet am Pulverwald der Knoten platzt. Denn das würde die positive Stimmung im Erndtebrücker Lager etwas dämpfen.

Personell muss das Reserve-Team weiterhin ohne Ali Genc, Simeon Schmidt und Mike Brado auskommen. Hinter den Einsätzen von Lukas Faak (Grippe) und Jan-Peter Stein (Fußprobleme) stehen noch Fragezeichen. Während Keeper Jonas Tersteegen vermutlich zur ersten Mannschaft abgestellt wird, dürfte Torben Schneider die Müller-Elf verstärken.

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Ihre Pflichtaufgabe erfüllte die zweite Mannschaft des TuS Erndtebrück. Der Tabellenführer der Landesliga-Staffel 2 konnte nach dem 1:0 (1:0)-Erfolg in Hüsten seinen Vorsprung auf Verfolger Menden ausbauen. Das Tor des Tages für die Mannschaft von Trainer Michael Müller erzielte Dominik Meiswinkel. Statt auf dem Rasen mussten die Wittgensteiner in Hüsten auf dem Ascheplatz antreten. Doch die Einstellung der Erndtebrücker Jungs stimmte und so dominierte man die Partie über die volle Spielzeit. Man verpasste es lediglich die Partie vorzeitig zu entscheiden.

Hüsten stand tief und machte den Gästen das Leben schwer. Dennoch kamen die Erndtebrücker Reservisten zu Chancen. Sebastian Wanke und Anil Berber probierten es zunächst aus der Distanz. Nach einem Einwurf in der 24. Minute stieß Lukas Faak bis zur Grundline vor und legte den Ball in den Rückraum, wo Dominik Meiswinkel die Vorlage verwerten konnte. Der Bann war gebrochen.

Noch vor dem Kabinengang zog Jan-Peter Stein in den Sechzehner, bediente Faak, der das Spielgerät am langen Pfosten aber nicht im verwaisten Hüstener Gehäuse unterbringen konnte. Faak war es auch, der nach 70 Minuten allein auf den gegnerischen Keeper zulief, aber an Tobias Johnke scheiterte. Auch der Nachschuss strich am Hüstener Kasten vorbei. Fünf Minuten später hatte Jan-Peter Stein sein Ziel nur knapp verfehlt.

Die letzte gute Torchance vergab ebenfalls Stein, der einen Pass des ins Spiel gekommenen Fuod Dodic nicht verwerten konnte. Ab der 65. Minute musste Hüsten übrigens in Unterzahl auskommen. Wegen einer Unsportlichkeit sah der zur Halbzeit eingewechselte Chedli Melki die Rote Karte. „Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft“, lobte Michael Müller, der mit der Leistung seines Teams rundum zufrieden war.

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Der TuS Erndtebrück trauert um sein langjähriges Vereinsmitglied Heinz Haarmann, der am Dienstag in den frühen Morgenstunden im Alter von 77 Jahren friedlich eingeschlafen ist.

 

Heinz Haarmann trat dem TuS Erndtebrück im Jahre 1965 bei und erhielt zur Jahrtausendwende den Vereins-Ehrenbrief.

Während seiner gesamten Vereinszugehörigkeit war er als Teambetreuer der ersten Fußball-Mannschaft des TuS Erndtebrück immer ganz dicht am Geschehen und auf allen Sportplätzen in der nahen sowie fernen Umgebung als allseits fairer Sportskamerad bekannt und beliebt.

Ob daheim oder auswärts, „Onkel Heinz“ war immer dabei. In den vergangenen 48 Jahren war er für vielerlei Dinge beim TuS Erndtebrück verantwortlich. In seiner über 20-jährigen Tätigkeit als Schiedsrichter war er stets ohne eigenes Auto aufopferungsvoll mit Bus, Bahn oder dank der Unterstützung einiger Sportkameraden für den TuS Erndtebrück unterwegs.

In seiner jahrzehntelangen Funktion als Platzwart streute er den ehemaligen Ascheplatz zuerst mit Sägespänen, später mit Kalk ab und war für alle technischen und organisatorischen Dinge rund um den Pulverwald verantwortlich.

In seiner gleichzeitigen Tätigkeit als Zeugwart hat er Trikots gewaschen, Bälle aufgepumpt und eingefettet sowie sich um alle Angelegenheiten rund um die Fußballutensilien gekümmert. Keine Frage, dass Heinz Haarmann selbstverständlich die Schlüsselgewalt über sämtliche Türen und Tore besaß und verantwortungsvoll mit allen ihm anvertrauten Dingen umging.

Aber nicht nur im sportlichen Bereich war das TuS-Urgestein aktiv. So hat er übergangsweise selbst die Vereins-Wirtschaft geführt, war bis zu seinem letzten Tage für die Leerung der Sparkästchen zuständig und mit seinem Fußballsachverstand ein allseits beliebter Gesprächspartner.

Wie wichtig Heinz Haarmann für den TuS Erndtebrück und alle seine Mitglieder war, ist daran zu erkennen, dass es in der Pulverwaldgaststätte einen einzigartigen Stuhl am Tresen gibt, auf dem sein Name eingraviert steht. Allein dadurch werden ihn alle seine Weggefährten des TuS Erndtebrück immer in freudiger Erinnerung bewahren und ihm ein ehrendes Gedenken bereiten.

 

Der TuS Erndtebrück trauert um einen einzigartigen Sportsmann und ist mit seinen Gedanken bei seiner Frau und seiner Tochter.

 

Mit der Zweitvertretung von Arminia Bielefeld gab der derzeitige Spitzenreiter der Oberliga Westfalen seine Visitenkarte am Pulverwald ab.

Die Arminen begannen entsprechend selbstbewußt und störten die Erndtebrücker Aufbaubemühungen bereits im Ansatz. Die Gastgeber taten sich dementsprechend schwer und kamen zu keinem klaren Spielaufbau.

In der 25. Minute fiel dann der durchaus verdiente Führungstreffer für die Gäste. Ein Angriff über die rechte Seite führte zu einer Hereingabe von Bashkim Renneke, die Torjäger Pascal Schmidt aus kurzer Distanz über die Linie schob.

Dieses Tor spielte den Arminen natürlich in die Karten und streute noch mehr Sand ins ohnehin schon schwergängige Aufbaugetriebe unserer Ersten. Erst in der 40. Minute konnte man die erste Torchance für Erndtebrück verzeichnen, als Markus Waldrich zentral aus 16 Metern knapp am Gehäuse vorbeizielte. Im Gegenzug hatte wiederum Pascal Schmidt eine weitere Gelegenheit, doch auch er verzog. In der 42. Minute bot sich Benny Thorbeck eine Gelegenheit, doch die Flanke von Jose Matuwila jagte Thorbeck in den wolkenverhangenen Erndtebrücker Himmel.

Nach dem Seitenwechsel zunächst das gleiche Bild. Bielefeld attackierte früh und zwang Erndtebrück zu weiten Bällen, die meist ins Leere gingen. In der 53. Minute besorgte erneut Pascal Schmidt das 2:0 für die Gäste, als er sich gegen Sebastian Wasem durchsetzte und den Ball aus etwa 11 Metern halblinker Position ins kurze Eck schoss.

Nach einer Stunde keimte plötzlich Hoffnung am Pulverwald, als Markus Waldrich den ersten geglückten Angriff mit dem Anschlusstreffer krönte. Fortan spielten die Wittgensteiner forscher und besser nach vorn. Nur 6 Minuten später bot sich Waldrich die große Chance zum Ausgleich, aber sein Schuss aus 14 Metern wurde von Arminia-Keeper Jarno Peters mit dem Fuß abgewehrt.

Durch die verstärkten Offensivbemühungen der Erndtebrücker ergaben sich naturgemäß Kontermöglichkeiten für die Gäste. Die beste vergab Bashkim Renneke nach 82 Minuten. Am Ende stand ein nicht unverdienter Sieg des Spitzenreiters.

Bielefelds Trainer Daniel Scherning zeigte sich in der anschließenden Pressekonferenz froh über die 3 Punkte nach einer intensiven Partie, die seine Mannschaft über 60 Minuten überzeugend bestritten habe. Er lobte die Präsenz seines Teams sowie den Willen zum Sieg, der am Ende den Ausschlag gegeben habe.

Florian Schnorrenberg zollte dem Gegner und seinem Trainer Respekt und Anerkennung. Bielefeld sei ein Klasseteam, welches in der Anfangsviertelstunde ein brutales Tempo gegangen sei. Dadurch habe die eigene Mannschaft große Probleme im Spielaufbau gehabt. Schnorrenberg machte seiner Mannschaft aber ein Kompliment, weil es nach dem Anschlusstreffer besser nach vorn gespielt habe. Mit etwas Glück wäre ein Remis möglich gewesen. Man sei zwar traurig über das Ende der Heimserie, aber man hoffe, nächste Woche aus Ennepetal 3 Punkte mitnehmen zu können.

 

Henning Lindner