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Souverän angefangen, am Ende hart erkämpft: Der Fußball-Oberligist ringt die TSG Sprockhövel nieder. Auch dank eins Jokers, der keiner war.

tika - Der TuS Erndtebrück ist zurück in der Erfolgsspur. Der Fußball-Oberligist feierte am Sonntag einen 2:1 (2:1)-Arbeitssieg gegen die TSG Sprockhövel. Es war der vierte Sieg im sechsten Spiel für das Team von Trainer Florian Schnorrenberg, das damit auf Platz 2 der Tabelle der Oberliga Westfalen vorrückte.

Nach dem Aus im Westfalenpokal am Mittwoch und dem dramatischen Unentschieden acht Tage zuvor beim VfB Hüls, rehabilitierte sich der TuS Erndtebrück mit dem „Heimdreier“. Das erste Tor für die Hausherren fiel - wie schon im Pokal - früh: Markus Waldrich (10.) sorgte vor 150 Zuschauern im Erndtebrücker Pulverwaldstadion für Erleichterung, Tokio Nakai (14.) schraubte das Ergebnis in der souveränen Anfangsphase der Wittgensteiner hoch. Überhaupt war der Japaner offensiv über 90 Minuten omnipräsent und demonstrierte eine starke Leistung - diesmal in der Start-Elf, anstatt als Joker. Allein, Vincenzo Porrello (36.) verkürzte den Rückstand für die TSG Sprockhövel und machte das Spiel noch einmal spannend bis zum Schluss.

Das bessere Ende hatte letztlich der TuS Erndtebrück. Nur noch drei Zähler trennen die Wittgensteiner von der Tabellenspitze. Mit vier Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage im Gepäck gastiert die Schnorrenberg-Elf nun am Sonntag beim SV Zweckel. Anstoß der Partie an der Dorstener Straße ist um 15 Uhr.

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"Natürlich hätten wir das Spiel gerne gewonnen und wären eine Runde weiter gekommen. Kaan-Marienborn hat sich den Sieg aber redlich verdient. Ich habe schon immer gesagt: Mentalität schlägt Qualität", trauerte Erndtebrücks Trainer Florian Schnorrenberg der Niederlage im Westfalenpokal auch einen Tag später noch ein wenig hinterher. Doch wenn man sich so wie der heimische Fußball-Oberligist über weite Strecken des Spiels gegen die eine Klasse tiefer angesiedelten Käner präsentiert hat, darf man sich über ein Ausscheiden nicht wundern.

Die neu formierte Abwehr wirkte zu keiner Phase sattelfest und strahlte alles andere als Ruhe aus. Diese Unsicherheit färbte auch auf die anderen Mannschaftsteile ab, so das so gut wie keine flüssige Kombination in 90 Minuten zustande kam. Zu sehr machte sich das Fehlen von Thomas Ziegler, Sebastian Wasem und Leonardo Lima Ribeiro bemerkbar. Und von dem Trio fällt Wasem zumindest am Sonntag (15 Uhr) gegen Sprockhövel ganz sicher aus. Während bei Kapitän Ziegler die Chancen auf einen Einsatz immerhin bei 50 Prozent stehen, sieht es beim Brasilianer Lima Ribeiro gut aus, dass er wieder auflaufen kann. "Das würde unserem Spiel sicher gut tun", ist sich Schnorrenberg sicher.

Gegner Sprockhövel holte in der laufenden Saison sechs Zähler. Allerdings drei davon in der vergangenen Woche gegen die vor der Saison hoch gehandelte Hammer SpVg. "Sprockhövel ist in der Offensive gut besetzt. Mit Berkant Canbulut, Trainer-Sohn Adrian Wasilewski und den Ülker-Brüdern haben sie vier Spieler in ihren Reihen, die immer für ein Tor gut sind", weiß der Brachbacher. Umso wichtiger, dass die Defensive am Sonntag wieder besser steht, als das noch am Mittwochabend der Fall war. In der Offensive wird der 37-Jährige wohl wieder auf das bewährte System mit den beiden Spitzen Markus Waldrich und Laurenz Wassinger zurückgreifen. Nicht nur weil Philipp Böhmer nach seiner Roten Karte in Hüls (zwei Spiele Sperre) ohnenhin noch fehlt, vielmehr weil Waldrich nach seiner Einwechslung überragend gespielt hat und den Treffer zum 2:2 mit seinem Willen geradezu erkämpfte. "Das war richtig gut von ihm", gab es auch vom A-Lizen-Inhaber ein Sonderlob. "Wenn wir am Sonntag wieder die richtige Einstellung zeigen und anders in den Zweikämpfen zu Werke gehen, bin ich mir sicher, dass wir die Punkte am Pulverwald behalten", will sich Schnorrenberg nach drei sieglosen Pflichtspielen mit seiner Mannschaft in der Spitzengruppe festsetzen.

Übrigens: So ganz zu ist die Tür und dem Traum vom Einzug in die erste Runde des DFB-Pokals für die Wittgensteiner noch nicht. Seit dieser Saison qualifiziert sich nämlich auch der Meister der Oberliga Westfalen für den DFB-Pokal-Wettbewerb.

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Im Spitzenspiel der Oberliga Westfalen haben sich der VfB Hüls (2.) und der TuS Erndtebrück (3.) mit einem 2:2 (1:0)-Unentschieden getrennt. Dabei holte die Mannschaft von Trainer Florian Schnorrenberg in den Schlussminuten in Unterzahl, dank zweier Joker-Tore, einen 0:2-Rückstand auf und zeigte große Moral. Der TuS bleibt damit auf Tabellenrang drei, während die Gastgeber vorübergehend Tabellenführer sind. Überschattet wurde die Partie in Hüls jedoch von einer fragwürdigen Schiedsrichterleistung. Philipp Böhmer sah in der 38.Minute wegen angeblicher Schiedsrichterbeleidigung die Rote Karte.

Schnorrenberg war nach dem Spiel dementsprechend geladen: „Im Vorfeld war alles für ein Spitzenspiel angerichtet. Die Rahmenbedingungen haben auch gepasst. Das es schlussendlich aber nicht dieses Spitzenspiel wurde lag am Schiedsrichter. Natürlich ist der Job des Schiedsrichters nicht einfach, aber ein Schiedsrichter muss seine Entscheidung auch mal zurücknehmen wenn sie definitiv falsch ist. Und das war sie. Das ist für mich ein Unding. Einen Dank noch an Markus Kaya von Hüls für seine Fairness, der die Situation richtig stellen wollte.“

Nach einem Foulspiel hatte Philipp Böhmer in Richtung Schiedsrichter Philip Dräger aus Bielefeld die Worte „Jetzt ist doch mal gut“ benutzt. Dräger verstand jedoch „Das ist doch Betrug“ und verwies Böhmer des Feldes. Eine klare Fehlentscheidung und Fehlinterpretation des Schiedsrichters. Hüls-Akteur Kaya, der direkt daneben stand, wollte die Situation richtig stellen und versuchte den Schiedsrichter, ebenso wie alle anderen Akteure auf dem Feld, umzustimmen, damit dieser den Platzverweis korrekterweise zurücknimmt. Doch Dräger beharrte felsenfest auf seiner Interpretation und blieb bei seiner (Fehl-)Entscheidung, sodass die Gäste ab Minute 38 mit einem Mann weniger auskommen mussten.

In einer umkämpften, guten Partie in Hüls, standen die Gastgeber tief und versuchten den Spielaufbau der Gäste zu stören. Diese waren zunächst jedoch besser im Spiel und hatten auch die erste nennenswerte Torchance durch einen 20-Meter-Schuss von Philipp Böhmer, der sein Ziel knapp verfehlte. Gespielt waren bereits 26 Minuten. Gefährlich wurde es bis dahin auf beiden Seiten vorwiegend durch Standards. Mit der ersten klaren Aktion gingen die Gastgeber dann in Führung. TuS-Innenverteidiger Karim Bouasker hatte Marc Schröter, der zuvor ein starkes Solo zeigte, im Strafraum regelwidrig zu Fall gebracht. Den berechtigten Elfmeter verwandelte Daniel Bertram zum 1:0 (30.). Danach folgte die bereits beschriebene Szene zur Roten Karte, in deren Folge sich die Schnorrenberg-Elf zunächst geschockt zeigte und darauf bedacht war, das Ergebnis bis zur Pause zu halten. Nach dem Seitenwechsel kam der TuS mit klarem Kopf aus der Kabine – die Unterzahl war nicht zu merken. Die Gastgeber standen jedoch nach der Führung noch tiefer. In der 61.Minute setzte sich Andre Schilamow über rechts durch und fand in der Mitte Laurenz Wassinger. Der verlor jedoch das Kopfballduell zwei Meter vor dem Tor mit Tolgahan Capakli auf Hülser-Seite. Sieben Minuten später klingelte es aber wieder im Tor der Gäste. Erst verpasste Markus Kaya frei vor TuS-Keeper Timo Bäcker, ehe es doch klingelte. In der gleichen Minute war es Marko Onucka, der auf 2:0 erhöhte. Erndtebrück-Trainer Schnorrenberg reagierte schnell, setzte auf volles Risiko und suchte sein Heil in der Offensive. Tokio Nakai und Markus Waldrich kamen innerhalb von zehn Minuten für Fatih Tuysuz und Andre Schilamow. Und das lohnte sich. Erst setzte sich Nakai stark gegen die Hülser-Defensive durch, ließ dann noch Keeper Rafael Hester aussteigen und traf zum Anschluss (87.). Nur 120 Sekunden später schaffte die Schnorrenberg-Elf dann den Ausgleich. Und wieder war Nakai beteiligt. Seine Ecke fand in der Mitte Markus Waldrich, der per Kopf das 2:2 erzielte (89.) und dem TuS einen verdienten Punkt bescherte. „Kompliment an meine Mannschaft für diese Moral. Zum Spiel möchte ich jetzt so kurz danach aus der Emotion heraus nicht viel sagen“, so Schnorrenberg, der mit Thomas Bednorz (Platzwunde) und Leonardo Lima Ribeiro (Schlag auf den Kehlkopf, zur weiteren Untersuchung auf dem Weg ins Krankenhaus) auch noch zwei Verletzte zu beklagen hatte.

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Patrik Waginzik hat den 1.FC Kaan-Marienborn in die nächste Runde des Westfalenpokals geschossen. Der Stürmer traf doppelt zum 2:1-Sieg seines FC Kaan im Derby gegen Oberligist TuS Erndtebrück. Zur Halbzeit stand es 1:1-Unentschieden. Damit kegelte der Westfalenligist den Favoriten raus und darf in der übernächsten Runde mit ein wenig Glück gegen Arminia Bielefeld antreten, falls die Nehrbauer-Elf die nächste Runde übersteht.

Dabei begann die Partie für die Heimelf alles andere als günstig. Bereits in der dritten Minuten ging der Favorit aus Erndtebrück in Führung. Jorge Narciso Lubaca hatte sich stark gegen mehrere Gegenspieler durchgetankt, behielt im Straufraum die Übersicht und fand Markus Waldrich, der zur frühen Gästeführung nur noch einschieben musste. Die Gastgeber brachten eine Viertelstunde ehe sie in die Partie fanden. Erst scheiterte Lubaca mit einem 20-Meter-Schuss für Erndtebrück knapp (17.), als auch Kaan durch Michael May zu einer ersten Chance kam (18.). Das Spiel gestaltete sich nun offener, die Elf von Thorsten Nehrbauer war fortan präsenter in den Zweikämpfen und hatte auch gleich die nächste Chance. Timo Bäcker im Tor der Gäste konnte einen Scheld-Freistoß nur nach vorne abwehren, der Ball kam anschließend zu Michael Kügler, der seinen Schuss jedoch knapp verzog (20.). Schilamow hatte auf der Gegenseite noch eine Chance für die Gäste (22.), als Kaan wenig später zum Ausgleich kam. Einen Querpass von Michael May musste Patrik Waginzik frei vor Bäcker nur noch zum 1:1 einschieben (29.). Bis zur Pause spielte sich vor beiden Toren nicht mehr viel ab, sodass es mit einem leistungsgerechten 1:1 in die Kabine ging.

TuS-Coach Florian Schnorrenberg schien mit der Darbietung seiner Elf nicht zufrieden zu sein, wechselte bereits zur Pause doppelt und stellte auf ein 4-4-2-System um. Doch auch das half nicht viel. Das Geschehen spielte sich größtenteils weiterhin im Mittelfeld ab und war von Zweikämpfen geprägt. Einer Chance für Kaan, als Bäcker vor dem einschussbereiten Waginzik klären konnte (50.), stand einer für die Gäste gegenüber, als Nowak im Gehäuse der Nehrbauer-Elf einen 25-Meter-Kracher von Bednorz hielt (60.). Erst in der Schlussphase gab es auf beiden Seiten wieder etwas mehr gefährliche Szenen. Der eingewechselte Noll hatte in der 82.Minute eine Riesenchance für Kaan – quasi im Gegenzug verzog der eingewechselte Nakai für den Oberligisten knapp. In der 88. Minute war es schließlich soweit. Mit einem Traumtor schoss Patrik Waginzik seine Elf in die nächste Runde. Waginzik schlenzte den Ball aus 20-Metern über den etwas zu weit vor dem Tor stehende Bäcker an den Innenpfosten und ließ das Breitenbachtal jubeln. In der Folge ließ Kaan nichts mehr anbrennen und zog schlussendlich verdient in die nächste Runde ein.

Das erkannte auch Gäste-Trainer Florian Schnorrenberg auf der abschließende Pressekonferenz an: „Der Sieg für Kaan geht in Ordnung. Wir können heute nicht zufrieden sein. Normal ist eine frühe Führung für uns optimal – heute tat sie uns aber irgendwie nicht gut. Wir haben das ganze Spiel über große Probleme im Spielaufbau gehabt und das Tempo nicht hochgehalten. Kaan war sehr präsent, hat das gut gemacht und sich den Sieg schlussendlich verdient.“

Sein Pendant, Kaan-Coach Thorsten Nehrbauer, sah es ähnlich: „In der ersten Viertelstunde waren wir überhaupt nicht wach und präsent. Nach dem frühen 0:1 wurden wir dann allmählich wach und haben auch mit der nötigen Aggressivität und Leidenschaft gespielt, die einfach Voraussetzung ist um gegen solche Gegner zu bestehen. Ich denke dass unser Sieg, wie mein Kollege bereits gesagt hat, in Ordnung geht. Besonders freue ich mich auch für Patrik Waginzik, der stark an sich gearbeitet hat und heute belohnt wurde. Und dabei wollte er eigentlich schon zehn Minuten früher ausgewechselt werden, hat dann aber noch die letzten Körner aus sich rausgeholt. Ich bin heute stolz auf das ganze Team. Wir haben gezeigt was wir können. Das gilt es aber auch Sonntags in der Meisterschaft abzurufen, denn dort zählt es.“

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Es war der erste Dämpfer der Saison für den TuS Erndtebrück. Vielleicht kam er für den Fußball-Oberligisten zur richtigen Zeit. Das Team von Trainer Florian Schnorrenberg muss bereits am Samstag (15 Uhr) zum Top-Spiel beim VfB Hüls antreten. Beim direkten Nachbarn in der Tabelle der Oberliga Westfalen sinnen die Wittgensteiner auf Wiedergutmachung.

Die 1:2-Niederlage gegen den ASC Dortmund hat noch einige Tage an den Kickern des TuS Erndtebrück genagt. Allein, die Lehren aus der Partie - die mit der ersten Saison-Niederlage nach zuletzt drei siegreichen Duellen endete - sind klar. Vor allem im Überzahlspiel leistete sich der TuS Erndtebrück zuletzt zu viele Fehler - und kassierte zwei Gegentreffer. Die Voraussetzungen vor der Partie im Stadion „Am Badeweiher“ sind nun aber gänzlich andere. Das Team von VfB-Trainer Karsten Quante startete fast optimal und musste nur zwei Verlustpunkte hinnehmen. Vor allem in der Defensive agieren die Hülser kompakt und verfügen in der Offensive über eine große individuelle Qualität.

Der TuS Erndtebrück indes muss zwei bittere Ausfälle verkraften. Innenverteidiger Sebastian Wasem zog sich zuletzt einen Muskelfaserriss zu. Der kreative Defensivmann fällt zumindest am Samstag aus. Die Alternative - Neuzugang Ivan Ostojic - ist weiterhin noch nicht spielberechtigt. Der TuS Erndtebrück arbeitet mit „Hochdruck“ (Schnorrenberg) an einer Berechtigung. Längere Zeit dürfte Stürmer Christian Runkel fehlen. Der Offensivmann zog sich am Mittwoch im Training einen Bänderriss im Sprunggelenk zu.

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