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Im Spitzenspiel der Oberliga Westfalen haben sich der VfB Hüls (2.) und der TuS Erndtebrück (3.) mit einem 2:2 (1:0)-Unentschieden getrennt. Dabei holte die Mannschaft von Trainer Florian Schnorrenberg in den Schlussminuten in Unterzahl, dank zweier Joker-Tore, einen 0:2-Rückstand auf und zeigte große Moral. Der TuS bleibt damit auf Tabellenrang drei, während die Gastgeber vorübergehend Tabellenführer sind. Überschattet wurde die Partie in Hüls jedoch von einer fragwürdigen Schiedsrichterleistung. Philipp Böhmer sah in der 38.Minute wegen angeblicher Schiedsrichterbeleidigung die Rote Karte.

Schnorrenberg war nach dem Spiel dementsprechend geladen: „Im Vorfeld war alles für ein Spitzenspiel angerichtet. Die Rahmenbedingungen haben auch gepasst. Das es schlussendlich aber nicht dieses Spitzenspiel wurde lag am Schiedsrichter. Natürlich ist der Job des Schiedsrichters nicht einfach, aber ein Schiedsrichter muss seine Entscheidung auch mal zurücknehmen wenn sie definitiv falsch ist. Und das war sie. Das ist für mich ein Unding. Einen Dank noch an Markus Kaya von Hüls für seine Fairness, der die Situation richtig stellen wollte.“

Nach einem Foulspiel hatte Philipp Böhmer in Richtung Schiedsrichter Philip Dräger aus Bielefeld die Worte „Jetzt ist doch mal gut“ benutzt. Dräger verstand jedoch „Das ist doch Betrug“ und verwies Böhmer des Feldes. Eine klare Fehlentscheidung und Fehlinterpretation des Schiedsrichters. Hüls-Akteur Kaya, der direkt daneben stand, wollte die Situation richtig stellen und versuchte den Schiedsrichter, ebenso wie alle anderen Akteure auf dem Feld, umzustimmen, damit dieser den Platzverweis korrekterweise zurücknimmt. Doch Dräger beharrte felsenfest auf seiner Interpretation und blieb bei seiner (Fehl-)Entscheidung, sodass die Gäste ab Minute 38 mit einem Mann weniger auskommen mussten.

In einer umkämpften, guten Partie in Hüls, standen die Gastgeber tief und versuchten den Spielaufbau der Gäste zu stören. Diese waren zunächst jedoch besser im Spiel und hatten auch die erste nennenswerte Torchance durch einen 20-Meter-Schuss von Philipp Böhmer, der sein Ziel knapp verfehlte. Gespielt waren bereits 26 Minuten. Gefährlich wurde es bis dahin auf beiden Seiten vorwiegend durch Standards. Mit der ersten klaren Aktion gingen die Gastgeber dann in Führung. TuS-Innenverteidiger Karim Bouasker hatte Marc Schröter, der zuvor ein starkes Solo zeigte, im Strafraum regelwidrig zu Fall gebracht. Den berechtigten Elfmeter verwandelte Daniel Bertram zum 1:0 (30.). Danach folgte die bereits beschriebene Szene zur Roten Karte, in deren Folge sich die Schnorrenberg-Elf zunächst geschockt zeigte und darauf bedacht war, das Ergebnis bis zur Pause zu halten. Nach dem Seitenwechsel kam der TuS mit klarem Kopf aus der Kabine – die Unterzahl war nicht zu merken. Die Gastgeber standen jedoch nach der Führung noch tiefer. In der 61.Minute setzte sich Andre Schilamow über rechts durch und fand in der Mitte Laurenz Wassinger. Der verlor jedoch das Kopfballduell zwei Meter vor dem Tor mit Tolgahan Capakli auf Hülser-Seite. Sieben Minuten später klingelte es aber wieder im Tor der Gäste. Erst verpasste Markus Kaya frei vor TuS-Keeper Timo Bäcker, ehe es doch klingelte. In der gleichen Minute war es Marko Onucka, der auf 2:0 erhöhte. Erndtebrück-Trainer Schnorrenberg reagierte schnell, setzte auf volles Risiko und suchte sein Heil in der Offensive. Tokio Nakai und Markus Waldrich kamen innerhalb von zehn Minuten für Fatih Tuysuz und Andre Schilamow. Und das lohnte sich. Erst setzte sich Nakai stark gegen die Hülser-Defensive durch, ließ dann noch Keeper Rafael Hester aussteigen und traf zum Anschluss (87.). Nur 120 Sekunden später schaffte die Schnorrenberg-Elf dann den Ausgleich. Und wieder war Nakai beteiligt. Seine Ecke fand in der Mitte Markus Waldrich, der per Kopf das 2:2 erzielte (89.) und dem TuS einen verdienten Punkt bescherte. „Kompliment an meine Mannschaft für diese Moral. Zum Spiel möchte ich jetzt so kurz danach aus der Emotion heraus nicht viel sagen“, so Schnorrenberg, der mit Thomas Bednorz (Platzwunde) und Leonardo Lima Ribeiro (Schlag auf den Kehlkopf, zur weiteren Untersuchung auf dem Weg ins Krankenhaus) auch noch zwei Verletzte zu beklagen hatte.

Expressi

Es war der erste Dämpfer der Saison für den TuS Erndtebrück. Vielleicht kam er für den Fußball-Oberligisten zur richtigen Zeit. Das Team von Trainer Florian Schnorrenberg muss bereits am Samstag (15 Uhr) zum Top-Spiel beim VfB Hüls antreten. Beim direkten Nachbarn in der Tabelle der Oberliga Westfalen sinnen die Wittgensteiner auf Wiedergutmachung.

Die 1:2-Niederlage gegen den ASC Dortmund hat noch einige Tage an den Kickern des TuS Erndtebrück genagt. Allein, die Lehren aus der Partie - die mit der ersten Saison-Niederlage nach zuletzt drei siegreichen Duellen endete - sind klar. Vor allem im Überzahlspiel leistete sich der TuS Erndtebrück zuletzt zu viele Fehler - und kassierte zwei Gegentreffer. Die Voraussetzungen vor der Partie im Stadion „Am Badeweiher“ sind nun aber gänzlich andere. Das Team von VfB-Trainer Karsten Quante startete fast optimal und musste nur zwei Verlustpunkte hinnehmen. Vor allem in der Defensive agieren die Hülser kompakt und verfügen in der Offensive über eine große individuelle Qualität.

Der TuS Erndtebrück indes muss zwei bittere Ausfälle verkraften. Innenverteidiger Sebastian Wasem zog sich zuletzt einen Muskelfaserriss zu. Der kreative Defensivmann fällt zumindest am Samstag aus. Die Alternative - Neuzugang Ivan Ostojic - ist weiterhin noch nicht spielberechtigt. Der TuS Erndtebrück arbeitet mit „Hochdruck“ (Schnorrenberg) an einer Berechtigung. Längere Zeit dürfte Stürmer Christian Runkel fehlen. Der Offensivmann zog sich am Mittwoch im Training einen Bänderriss im Sprunggelenk zu.

SZ

Sieben Punkte aus vier Spielen. Diese Bilanz liest sich mehr als gut für den Westfalenliga-Aufsteiger TuS Erndtebrück II. Platz Acht ist die Belohnung für die Mannschaft von Trainer Michael Müller – zum ersten Abstiegsplatz beträgt der Abstand gar schon sechs Punkte.

Nach dem Last-Minute-Sieg in der Vorwoche gegen Holzwickede, machte der TuS auch beim Gastspiel in Gelsenkirchen erst in der Schlussphase den entscheidenden Siegtreffer. Mit 2:1 (0:1) gewannen die Erndtebrücker beim Mitaufsteiger SV Horst-Emscher. Spieler des Tages war dabei der eingewechselte Ivan Markow (84.), der einen Handelfmeter souverän zum 2:1 verwandelte.

Noch ein weiterer TuS-Spieler lässt sich allerdings als Mann des Tages bezeichnen. Schlussmann Dennis Eichler hielt die Gäste aus den Siegerland mehrmals mit seinen Paraden im Spiel und parierte zudem in der 38. Spielminute noch einen von Benjamin Thorbeck verschuldeten Foulelfmeter. Es wäre das 0:2 gewesen, denn nach einer knappen halben Stunde gingen die Hausherren "völlig verdient" (Müller) durch Simon Talarek mit 1:0 in Führung.

"Die erste Halbzeit haben wir total verschlafen, wir haben uns da den Schneid abkaufen lassen und hatten viele Fehler im Spielaufbau", so Müller.

Horst-Emscher war in den Zweikämpfen präsenter und ging daher auch verdient mit einer Führung in die Halbzeitpause. Nach dem Seitenwechsel war es dann zunächst wieder Eichler zu verdanken, dass der Rückstand nicht höher ausfiel. Die Wittgensteiner fingen sich dann nach einer knappen Stunde und waren fortan deutlich besser im Spiel.

Die Belohnung folgte dann auch prompt: Nach einer guten Einzelleistung von Rechtsverteidiger Lukas Faak, landete der Ball bei Spielmacher Anil Berber (69.). Der verwandelte trocken zum 1:1. Die Hausherren ließen in der Schlussphase dann körperlich deutlich nach. Die Gäste hingegen waren nun erst so richtig im Spiel angekommen und belohnten sich dann noch mit dem Siegtreffer durch Markow für ihre deutliche Leistungssteigerung.

Sascha Leicher hatte schon früher mit seinem Kopfball die Chance auf einen Treffer, es fehlte allerdings die Genauigkeit. In der Nachspielzeit hätte Benjamin Thorbeck dann auf Foud Dodic querlegen müssen. Er versuchte es selbst und scheiterte mit seinem Abschluss. Es sollte dann allerdings auch so reichen.

Zum zweiten mal der späte Siegtreffer, der TuS-Coach weiß, dass dies zu einer besonderen Stärke seiner Mannschaft werden könnte. "Man sieht, dass die Jungs körperlich gut drauf sind. Die Mannschaft gibt nicht auf bis zur letzten Minute." Der Übungsleiter hätte es allerdings sicherlich lieber, dass die Spiele nach Möglichkeit schon frühzeitig zu eigenem Gunsten entschieden sein würden. "Wir dürfen uns auf keinen Fall nochmal so eine Leistung wie in der ersten Halbzeit erlauben. Da hätten wir auch mit zwei oder drei zu null hinten liegen können. Das geht natürlich nicht immer so gut, da wird man in der Liga auf Dauer dann auch bestraft", mahnt Müller an.

Dennoch ist man am Pulverwald vollends zufrieden mit dem Saisonstart. "Die Punktzahl ist zufriedenstellend, besonders wenn man sieht, dass wir zum Beispiel auch gegen Teams wie Wanne-Eickel noch unnötig hat Punkte liegen lassen. Auch heute der Sieg war natürlich wieder wichtig", erklärte Müller.

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In der letzten Saison lag zwischen beiden Teams noch eine Liga, jetzt steht die Zweitvertretung des TuS Erndtebrück in der Tabelle vor dem Oberliga-Absteiger TuS Heven. Vier Punkte mehr hat die Mannschaft von Trainer Michael Müller schon auf dem Konto.

Der Saisonstart könnte für die Wittgensteiner kaum besser sein. Sieben Punkte, Platz acht und schon jetzt ein beachtlicher Sechs-Punkte-Vorsprung zum ersten Abstiegsplatz. "Die Stimmung ist gut, das ist natürlich klar nach zwei Siegen. Trotzdem müssen wir intensiv weiter arbeiten", so TuS-Trainer Michael Müller.

Das Defensiv-Verhalten der Erndtebrücker stimmt bislang. Mit erst drei Gegentreffern ist die Müller-Elf in dieser Wertung nach Brünninghausen und Wanne-Eickel das drittbeste Team der gesamten Liga. Müller sieht dennoch noch einige Punkte, an denen man ansetzen muss. "In den ersten beiden Spielen haben wir so gut wie gar nichts zugelassen, gegen Holzwickede ging es noch. Aber gegen Horst-Emscher haben wir die komplette erste Stunde verpennt. Davor muss ich die Mannschaft weiter warnen, denn am Sonntag müssen wir wieder von der ersten Minute an hellwach sein", warnt der TuS-Coach.

Nun soll nach Möglichkeit der zweite Heimsieg folgen, wenn die Wittener am Sonntag (15 Uhr) in Erndtebrück gastieren. Heven hat sich, anders als Erndtebrück, bislang noch nicht an die neue Liga gewöhnt. Gerade in der letzten Woche setzte es eine deutliche 0:4 Pleite gegen den ambitionierten FC Iserlohn. Die Mannschaft von Oliver Gottwald deutete beim 2:1 Heimsieg gegen den SC Hassel allerdings auch schon an, dass mit ihnen dennoch zu rechnen ist. "Heven hat eine gute Qualität. Sie haben zwar nur drei Punkte, aber die haben sie dafür gegen Hassel geholt. Auch gegen Hordel haben sie richtig gut gespielt. Es wird darum gehen, dass wir die Zweikämpfe für uns entscheiden und auch spielerisch müssen wir uns zur Vorwoche deutlich steigern", erklärte Müller.

Eine Woche vor dem Derby gegen den 1.FC Kaan-Marienborn will die Oberliga-Reserve die Zehn-Punkte-Marke knacken. Es wäre der dritte Sieg hintereinander für den Liga-Neuling. "Wir wollen Heven am liebsten sieben Punkte von uns weg haben. Wir müssen uns dafür steigern, das können wir aber auch. Wir wollen unser Heimspiel auf jeden Fall gewinnen", gibt sich Müller selbstbewusst.

Die Ausfall-Liste hat sich nur bedingt verkleinert. Sebastian Wanke, Simeon Schmidt und Manuel Müther sind zwar wieder ins Training eingestiegen, ob sie allerdings auch schon eine Option für den Kader sind, wird sich erst nach dem Abschlusstraining entscheiden. Falko Wahl (Muskelfaserriss), Andreas Krolewski (Hochzeit) und Ivan Markow (Berufliche Gründe) hingegen, werden am Sonntag nicht zur Verfügung stehen.

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Am vierten Spieltag musste der TuS Erndtebrück überraschend die erste Niederlage hinnehmen. Gegen Aufsteiger ASC Dortmund setzte es für die Wittgensteiner eine 1:2 (0:0)-Heimniederlage, die damit ihre weiße Weste los sind. Dabei war es ähnlich wie in der Vorwoche, als der TuS das Spiel nach einem 0:1-Rückstand in der Schlussphase noch drehte und in einen Sieg verwandelte. Dieses Mal waren es allerdings die Dortmunder, die durch die Treffer von Kagan Atalay (85.) und Tim Schwarz (90.) das Spiel nach dem 1:0 durch Laurenz Wassinger (75.) umbogen und den Platz als Gewinner verließen.

"Uns war klar, dass das jetzt nicht Woche für Woche so weiterlaufen kann wie bisher, dafür ist die Oberliga einfach zu stark und ausgeglichen besetzt. Natürlich sind wir enttäuscht, weil wir uns für das Spiel viel mehr vorgenommen haben. Das war heute sicherlich keine Top-Leistung von uns", war Erndtebrücks Trainer Florian Schnorrenberg die Enttäuschung nach dem Spiel anzumerken. Dortmund stand von Beginn an kompakt, machte die Räume eng und ließ von Erndtebrücker Seite zunächst nichts zu. Der TuS hatte zwar mehr Ballbesitz, doch die beiden Spitzen Markus Waldrich und Wassinger hingen in der Luft. So war es auch wenig verwunderlich, dass die Gäste die erste große Chance der Begegnung besaßen. Nachdem Sebastian Wasem Schwarz nicht attackierte, fand dessen Zuspiel Alihan Kurgan, der alleine vor TuS-Keeper Timo Bäcker auftauchte, im Zerberus der Erndtebrücker aber schließlich seinen Meister fand (24.). Auf der Gegenseite war es Jan-Patrick Kadiata, der die beiden besten Gelegenheiten für die Wittgensteiner besaß. Doch weder seine Direktabnahme (27.) noch die Chance als er nach Zuspiel von Waldrich alleine für Dortmunds Torhüter Dominil Altfeld und diesen anschoss (33.), waren von Erfolg gekrönt.

Nach dem Wechsel erhöhte die Heimelf das Tempo und schnürte die Gäste phasenweise in deren Hälfte ein. War der ASC in den ersten 45 Minuten bei Kontern noch gefährlich, so fand er in Hälfte zwei offensiv so gut wie gar nicht mehr statt. Die Erndtebrücker hingegen erspielten sich nun Chancen im Fünf-Minuten-Takt. Doch weder Wasem, noch Kadiata und Waldrich vermochten das Leder über die Linie zu bugsieren. Und auch dem eingewechselten Tokio Nakai, der Altfeld umkurvte, dieser aber irgendwie noch die Hand an den Ball bekam und noch zur Ecke lenkte, fehlte das nötige Fortune. Eine Viertelstunde vor dem Abpfiff markierte Wassinger aber die verdiente Führung. Nach einem Zuspiel von Kadiata, der auf der rechten Außenbahn für eine Menge Betrieb sorgte, vollstreckte der früher Velberter, der bis dahin überhaupt nicht zu sehen war, zum 1:0. Als es der TuS in der Folge verpasste, durch Wassinger und Thomas Ziegler den erlösenden zweiten Treffer nachzulegen, nutzte auf der anderen Seite Atalay die erste Dortmunder Chance nach der Pause gleich zum 1:1-Ausgleich (85.). Und es kam aus Sicht der Erndtebrücker noch dicker. Nach einem Abschlag von Altfeld herrschte Verwirrung in der Erndtebrücker Hintermannschaft, die Schwarz eiskalt mit dem 2:1-Siegtreffer (90.) bestrafte. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gäste nur noch zu zehnt. Nachdem Wassinger zwei Minuten zuvor Dominik Kemler den Ball vom Fuß spitzelte und alleine auf den ASC-Kasten zulief, hielt Kemler den TuS Stürmer vor dem Strafraum fest und sah wegen seiner Notbremse die Rote Karte.

"Wir haben uns in der ersten Hälfte schwer getan und haben teils auch zu hektisch agiert. Für die zweite Halbzeit hatten wir uns vorgenommen, etwas mehr Druck zu machen, was uns, denke ich, auch gelungen ist. Ärgerlich ist, dass wir nach dem 1:0 Chancen auf ein zweites Tor hatten, diese aber nicht nutzen konnten. Jetzt versuchen wir das Ergebnis von heute nächste Woche in Hüls wieder gerade zu rücken", so Schnorrenberg.

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