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Nachdem Erndtebrücks Trainer Florian Schnorrenberg nach der 1:2-Niederlage bei Roland Beckum bereits ankündigte, dass er sich Stammkeeper Timo Bäcker nach dessen zu spätem Eintreffen bei der Auswärtspartie am Sonntag in Roland  im Laufe der Woche zur Brust nehmen würde (Expressi berichtete), ließ der Übungsleiter der Wittgensteiner am Dienstagabend Taten folgen.

Zwar sprach der Brachbacher keine Suspendierung aus und beließ es bei einer Geldstrafe für das TuS-Urgestein, doch diese muss sich in "empfindlicher" Höhe belaufen. "Eine solche Strafe habe ich bisher noch nicht ausgesprochen", ließ Schnorrenberg verlauten, hüllte sich aber über die Höhe in Schweigen.

Warum Bäcker eine nicht noch härtere Strafe erfuhr, begründete der 36-Jährige Coach so: "Die Mannschaft steht bei uns im Vordergrund und daher stand ein Rauswurf aktuell nicht zur Debatte. Zudem hat sich Timo einsichtig gezeigt und sich beim Trainer-Team und der Mannschaft entschuldigt", so Schnorrenberg, der aber nicht verhehlte, dass gerade die Torhüter beim TuS unter besonderer Beobachtung stehen.

"Den Nummer-Eins-Status haben wir vor drei Wochen aufgehoben. Wir entscheiden nun von Woche zu Woche, wer Nummer eins bzw. Nummer zwei ist und wer sonntags frei hat. Wir müssen notgedrungen im Winter personell nochmal nachlegen, ob das auch auf der Position zwischen den Pfosten sein wird, das entscheiden unsere Torhüter selbst.

 

Nur eine Woche nach der 4:0-Gala gegen den SV Rödinghausen ist der TuS Erndtebrüch in der Fußball-Oberliga wieder auf dem harten Boden der Tatsachen gelandet. Beim SC Roland Beckum verloren die Schützlinge von Trainer Florian Schnorrenberg unglücklich mit 1:2 (0:0) und versäumten es als erstes Team in dieser Saison den Hausherren eine Heimniederlage beizubringen.

Notgedrungen musste Schnorrenberg im selbst zitierten "Horror-Kreis" (weil es im Kreis Hamm bislang nur Niederlagen gab) seine siegreiche Mannschaft aus der Vorwoche auf zwei Positionen verändern Für den verletzten Markus Waldrich begann Tokio Nakai im Sturmzentrum und überraschend stand auch Jannik von der Heiden als Torhüter zwischen den Pfosten. Stammtorhüter Timo Bäcker fuhr erst um kurz nach 14 Uhr mit seinem Pkw in Roland vor, so dass ein Einsatz zu diesem Zeitpunkt natürlich völlig außer Frage stand.

"Ich möchte mich dazu nicht äußern, aber es kann schon sein, dass diese Aktion noch ein größeres Nachspiel hat", deutete der Brachbacher an, dass diese, im Übrigen nicht erste Verfehlung Bäckers, den Keeper noch teuer zu stehen kommen könnte.

Die Hausherren, zugleich das beste Heimteam der Liga, demonstrierten vor allem in Durchgang eins, warum sie zu den besten Teams der Liga gehören. Joseph Laumann vorne im Sturmzentrum, Mike Pihl auf der linken Seite, Yakup Köse über rechts und Suri Ucar zentral hinter der Spitze sorgten für reichlich Unruhe in der Hintermannschaft der Wittgensteiner. Ein Treffer gelang den Gästen auch auf Grund der tadellosen Leistung des Bäcker-Vertreters von der Heiden nicht.

In der zweiten Hälfte änderte sich dann das Bild. Erndtebrück kam besser ins Spiel und erzielte durch André Schilamow auch die 1:0-Führung. Der frühere Bergisch Gladbacher setzte sich auf der rechten Seite gut durch und erzielte acht Minuten nach der Pause das 1:0. Als Tokio Nakai die große Chance zum 2:0 vergab, erzielte Sven Höveler den 1:1-Ausgleich (65.) für Beckum. Und auch nach diesem Treffer hatten die Erndtebrücker gute Möglichkeiten erneut in Front zu ziehen. Aber Schilamow Özgür Öncü, Anis Saidi und Nakai konnten ihre Gelegenheiten nicht nutzen.

"Jetzt wird es langsam mal Zeit, dass der Lernprozess abgeschlossen ist und wir mal unser Chancen reinmachen. Auch wenn wir nach dem Spiel wieder lobende Worte des gegnerischen Trainers bekommen und er von der bislang besten Mannschaft sprach, die sich dort vorgestellt hat, kann ich das langsam nicht mehr hören. Wir müssen unsere Chancen nutzen und auch mal den Ertrag einfahren", ärgerte sich der A-Lizenz-Inhaber.

Als wäre es nicht Strafe genug, dass die Erndtebrücker nicht den Siegtreffer  in der Fremde erzielten, mussten sie in der 72. Minute auch noch das 1:2 (72.) durch Yakup Höse hinnehmen. Durch diese Niederlage fällt der TuS auf Rang neun zurück.

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Ein Ausrutscher soll die 0:2-Pleite bei der SG Finnentrop/Bamenohl für die Reserve des TuS Erndtebrück bleiben. „In diesem Spiel haben wir zu keinem Zeitpunkt das abgerufen, was uns in den Spielen davor stark gemacht hat“, sagte Trainer Michael Müller rückblickend. Die Niederlage hat der Landesliga-Tabellenführer inzwischen abgehakt. Gegen den Aufsteiger SV Ottfingen soll es am Sonntag (14.30 Uhr) wieder besser laufen. Wiedergutmachung ist angesagt: „Ich erwarte, dass die Mannschaft eine Reaktion zeigt und an die guten Leistungen wieder anknüpft“, so TuS-Coach Müller.

Die Ottfinger, nach der 4:5-Heimpleite gegen Neheim gefrustet, werden am Pulverwald alles andere als ein dankbarer Gegner sein. „Sie schießen Tore und haben im Angriff Qualität“, bewertet Müller den Kontrahenten. Tahiri oder Klose heißen die Offensivkräfte, die bei den Gästen für Torgefahr sorgen. „Da müssen wir wach sein und kämpferisch alles in die Waagschale werfen“, lautet die Erndtebrücker Marschroute.

Spielerisch möchte man sich auf seine Stärken besinnen. Viel Ballbesitz, flache Pässe und gut ausgespielte Angriffe über die Außen sind das TuS-Erfolgsrezept. „Wir dürfen aber nicht wieder in Konter geraten“, hatte Michael Müller schon vor dem Auftritt in Finnentrop davor gewarnt, dass die Gegner darauf lauern. Ein Sieg im Heimspiel ist indes Pflicht. „Zu Hause müssen wir gewinnen“, so die klare Ansage.

Neben den schon länger verletzten Genc, Schmidt und Faak fällt Jan-Peter Stein, der sich eine Verletzung am Sprunggelenk zugezogen hat, aus. Die Akteure Kasikci, Krolewski und Berber werden vermutlich bei der Oberliga-Elf der Erndtebrücker, die arg von Verletzungssorgen geplagt ist, aushelfen.

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Kellerkind SV Ottfingen führte im „Kühlschrank“ Pulverwaldstadion nach fünf Minuten bereits mit 2:0 (Tore: Andreas Weber/3. und Amir Tahiri/5.) und hatte weitere Großchancen, musste aber noch vor der Pause zwei Gegentore durch TuS-Innenverteidiger Sascha Leicher schlucken (42. und 45.), die Sebastian Wanke jeweils vorbereitete.

Wanke krönte seine starke Vorstellung mit den beiden „Netzen“ in der 83. und 86. Minute, wodurch die Erndtebrücker nun wieder alleiniger Spitzenreiter der Landesliga sind, da Hauptkonkurrent SpVg Olpe im Heimspiel gegen den BSV Menden „nur“ 1:1 spielte. Philipp Bredebach brachte Olpe in Führung (30.), Robert Bierkoch glich in einem tollen Spiel nur vier Minuten später aus.

Direkt hinter den beiden Spitzenteams hat sich nun Rot-Weiß Hünsborn aufgestellt, die den FSV Werdohl mit einer 3:1-Niederlage vom Löffelberg schickten (Tore: Jens Schlemper/11.), Steffen Hatzfeld/35. und Sebastian Braas(83.) und auf Rang 3 vorgerückt sind. Die Wendschen profitierten vom überraschenden Erfolg der Sportfreunde-Zweiten bei Borussia Dröschede (Tor: Ardian Kameraj/73.), der die Gastgeber in der Tabelle zurückfallen ließ.

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Die Stimmung konnte eigentlich besser nicht sein. Man blickte ausschließlich in strahlende Gesichter bei der Pressekonferenz des TuS Erndtebrück nach dem hochverdienten Sieg gegen den Tabellenzweiten SV Rödinghausen, den man phasenweise sogar vorführte. Viele unter den Zuschauern und Offiziellen sprachen sogar vom besten Auftritt seit langem.

Einer blieb jedoch freute sich nach innen und blickte mit einem Augenzwinkern aufs nächste Spiel: "Die Presse ist ja auch hier. Nächste Woche geht es wieder in den "Horror-Kreis." Derjenige der dies zum Ausdruck brachte und auf den Horror-Kreis Hamm anspielte, wo es bislang ausschließlich Niederlagen hagelte, war kein Geringerer, als Erndtebrücks Trainer Florian Schnorrenberg.

Nicht, dass der Übungsleiter des TuS mit diesen Wochen die Freude über die Gala-Vorstellung, die seine Elf wenige Minuten zuvor gegen Rödinghausen zeigte, dämpfen wollte, nein, vielmehr wollte der Brachbacher daran erinnern, dass in einer Woche schon wieder alles anders sein kann. Zum einen erinnerte er sich an die bislang mäßigen Auftritte der Wittgensteiner in der Fremde und zum anderen wusste er um die Heimbilanz des kommenden Gegners. Der SC Roland Beckum holte vor heimischem Publikum in dieser Saison sechs Siege und ein Unentschieden. Eine Bilanz, die ligaweit ihres gleichen sucht.

"Beckum hat viele junge Spieler mit enormen Entwicklungspotenzial. Zudem haben sie mit Joseph Laumann einen absoluten Ausnahmespieler dieser Klasse in ihren Reihen. Er ist beidfüßig, hat ein richtig gutes Kopfballspiel und ist extrem torgefährlich", hat Schnorrenberg in deren Top-Torjäger (11 Treffer), der übrigens in dieser Saison fast beim TuS Erndtebrück gelandet wäre, sich aber letztlich für einen Verbleib bei Beckum entschied, den Schlüsselspieler des SC ausgemacht. "Beim 1:1-Unentschieden in Ahlen war Laumann der Wegbereiter", so der Brachbacher.

Erschwerend kommt bei den Wittgensteiner hinzu, dass Markus Waldrich am Sonntag (14.30 Uhr verletzt passen muss. Der überragende Akteur des Rödinghausen-Spiels verletzte sich am operierten Knie und konnte in dieser nicht trainieren. Eine genaue Diagnose steht noch aus. "Ich hoffe nicht, dass er länger ausfällt", zeigte sich Schnorrenberg vom nächsten Neuzugang auf der Verletztenliste wenig erfreut. "Das ist natürlich ein weiterer Nackenschlag", so der A-Lizenz-Inhaber, "aber wir haben schon viele weggesteckt und beschäftigen uns mit dem, was möglich ist. Wir haben gegen Rödinghausen Selbstvertrauen getankt und die Form von letzter Woche wollen wir nun nach Möglichkeit ins nächste Spiel transportieren", hofft der Coach.

Und da Schnorrenberg stets bemüht ist, aus allem Negativem (Waldrich-Ausfall) das Positive zu ziehen, betonte der 36-Jährige abschließend: "Wir mussten gegen Zweckel auch auf Waldrich verzichten. Das Spiel haben wir gewonnen."

Während Fatih Tuysuz an seinem Nasenbeinbruch erfolgreich operiert wurde, er aber in diesem Jahr wohl nicht mehr für den TuS aufläuft, macht Ivam Markow gute Fortschritte. Er macht am Sonntag erste Gehversuche in der Landesliga-Mannschaft. Für den verletzten Waldrich fährt mit Anil Berber ein Offensivspieler aus der Reserve mit zum Oberliga-Spiel nach Roland. Und auch Jannik von Heiden wird nach auskurierter Verletzung wieder auf der Bank sitzen.

Expressi