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Taira Tomita im Laufduell mit einem Meinerzhagener

03. Okt 2020

Buchwalder und Kunkel erlegen Erndtebrück

Meinerzhagen gewinnt souverän am Pulverwald


Nicht unerwartet hat der favorisierte RSV Meinerzhagen heute Abend beim überraschend gut gestarteten TuS Erndtebrück sein Auswärtsspiel in der Oberliga Westfalen mit 2:0 gewonnen. Die Sauerländer erwiesen sich vor 300 Zuschauern im Wittgensteiner Land als clever, abgezockt und sogar noch mit individuellem Anstand.
Denn neben den beiden Toren „glückten“ den Gästen noch zwei bemerkenswerte „Kopftreffer“, für die sich die Schützen aber umgehend entschuldigten. In der 1. Halbzeit war es Pascal Beilfuß, der aus Frust über seinen eigenen Schnitzer den Ball nahe der Seitenlinie in Richtung Bande drosch. Vom Geländer platschte der Ball einer jungen Dame an den Kopf, Beilfuß erkannte seine Missetat, eilte der Dame zu Hilfe und entschuldigte sich in aller Form. Und zwei Minuten vor Schluss knallte Nils Buchwalder fast an der gleichen Stelle den Ball ins Seitenaus, wo der Schreiber dieser Zeilen gerade eine Auswechslung auf dem Notizzettel festhielt. Das knallte heftig auf dem linken Ohr, aber dann – Überraschung – gleich nach dem Abpfiff eilte Buchwalder herbei und entschuldigte sich ebenfalls beim Schreiber. Wäre nicht nötig gewesen, aber trotzdem danke.
Wo wir bei Buchwalder sind, kommen wir nun auch zum Spielgeschehen, denn schon in der 11. Minute drückten die Gäste ihrem Pressing-Spiel den entscheidenden Stempel auf. Im Halbfeld der Erndtebrücker Spielhälfte erzwang Meinerzhagen einen Freistoß, den Nik Kunkel an den langen Pfosten auf Innenverteidiger Til Bauman zirkelte. „Ich habe dann einen ,quer’ rufen hören und den Ball in die Mitte zurück geköpft“, schilderte der frühere Siegener seine tolle Vorarbeit, die eben besagter Buchwalder mit Kopfball Nr. 2 über die Torlinie vollendete.
Mit ihrem couragierten Anlaufen verhinderten die DFB-Pokal-Kicker einen geordneten Spielaufbau der Platzherren, die bei Anpfiff noch Tabellennachbar des RSV gewesen waren. Und als Top-Torjäger Ron Berlinski in der 16. Minute frei zum Kopfball kam, hätte das Spiel schon entschieden sein können, doch TuS-Torhüter Jonas Brammen zeigte eine Glanzparade. Doch der RSV Meinerzhagen, bei dem der gebürtige Wittgensteiner Tim Treude an alter Wirkungsstätte 80 Minuten lang mit Bierruhe die Fäden im defensivem Mittelfeld zog, ließ keinen Millimeter nach.
Nur einmal tauchte das Heimteam gefährlich vor dem Gästetor auf: nach einem feinen Diagonalball vernaschte Ali Ibrahim seinen Gegenspieler und zog dann knapp daneben. Etwas präziser zielte Nik Kunkel. Der Spielmacher der Gäste nahm in der 38. Minute aus gut 25 Metern Maß und knallte einen Aufsetzer hart zum 2:0 ins lange Eck.
Nicht wenige unter den 150 Zuschauer ahnten da, dass an diesem Abend damit der berühmte „Drops“ gelutscht war. „Wir hatten uns in der Kabine vorgenommen, rauszugehen und rasch das 3:0 zu machen. Aber wie das so ist im Fußball: irgendwie ist alles eingeschlafen“, umschrieb Bauman die zweite Spielhälfte, in der seine Mannschaft zwei Gänge raus nahm und die Führung nur noch verwaltete. „Jetzt freue ich mich auf das Leimbachstadion nächste Woche. Das wird cool in Siegen“, blickte Bauman schon eine Woche zum Nachholspiel bei den Sportfreunden weiter.
Stefan Trevisi stand da ein paar Schritte weiter und lobte sein kämpferisch nie aufsteckendes Team ebenfalls: „Ich bin total zufrieden, meine Jungs haben 100 Prozent gebracht. Wir waren vorne nicht torgefährlich genug, aber man hat eben auch den Unterschied zu einer Mannschaft wie Meinerzhagen gesehen.“ Bei soviel Lob wollte RSV-Trainer Mutlu Demir nicht zurückstehen: „Erndtebrück hat in der 2. Halbzeit sehr gut gespielt.“

Quelle: Siegener Zeitung 02.10.2020
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